#75 Wie tanken wir wirklich wieder auf, Dr. Janna Schafenberg?

Shownotes

Läufst du auf Notstrom?   Alles im Griff. Nur die Energie nicht. Du hast heute schon geliefert, organisiert, vielleicht sogar trainiert. Und trotzdem greifst du in der ersten ruhigen Minute zum Handy. Stillsitzen fühlt sich an wie ein Fehler. Kommt dir das bekannt vor?

Darüber sprechen wir mit Dr. Janna Scharfenberg. Sie ist Ärztin, Ayurveda-Expertin und Co-Autorin von „Living well now!". In Zürich begleitet sie Menschen, die perfekt funktionieren, bis der Körper laut wird. Ihre Erfahrung: Der Bandscheibenvorfall, der Hörsturz, der Crash kommen nie „plötzlich". Sie kündigen sich lange vorher an. Wir hören nur nicht hin.

Das kannst du dir aus dieser Folge mitnehmen:

  • Einen 1-Minuten-Körpercheck, mit dem du jederzeit merkst, wo dein innerer Regler gerade steht. Das klappt auch mitten im Meeting.
  • Die Warnsignale, die du bisher als „nur eine stressige Phase" abgetan hast.
  • Warum sich Ruhe anfangs unruhig anfühlt und wie du deinem Nervensystem beibringst, dass Pause sicher ist.
  • Wie du deinen Tag nach Energie planst statt nach Stunden.
  • Wann Schlafscore und Smartwatch dir helfen und wann sie selbst zum Stressfaktor werden.
  • Die eine Gewohnheit am Tag, die deinen Schlaf stärker verbessert als jede Abendroutine. (Kleiner Spoiler: Dein Handy spielt eine Rolle.)

Zum Schluss stellt Janna ein Rezept aus. Es kostet nichts, dauert sieben Tage und wirkt sofort. Für dieses Rezept musst du übrigens die Kopfhörer abnehmen, aber bitte erst nach dieser Folge.

MACH ES!gesund versteht sich ausschließlich als Plattform zur allgemeinen Information. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der getätigten Aussagen sind die jeweils eingeladenen Expert:innen verantwortlich. Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch qualifizierte Fachpersonen.

Transkript anzeigen

00:00:02: Mach es gesund!

00:00:04: Dein Podcast für ganzheitliche Gesundheit.

00:00:10: Heute als dein Host Susanna Winkelhofer.

00:00:16: Vielleicht ist das gefährlichste Zeichen von Erschöpfung nicht, dass nichts mehr geht sondern, dass noch alles geht.

00:00:23: Wir stehen auf wir liefern ab wir kümmern uns wir trainieren vielleicht sogar essen gesund tracken unseren schlaf.

00:00:31: Von außen Alles im griff Innen Immer weniger Energie.

00:00:37: Und wenn endlich Ruhe wäre, greifen wir zum Handy weil selbst nichts tun plötzlich schwer auszuhalten ist.

00:00:46: Wir wissen heute so viel über Gesundheit wie nie zuvor und trotzdem sind so viele müde Vielleicht weil wir Gesundheit längst auch zur Leistungsaufgabe gemacht

00:00:59: haben.

00:01:01: Wie merken wir, dass der Körper schon nein sagt wenn der Kopf noch ja ruft?

00:01:06: Wie regenerieren wir ohne daraus das nächste Projekt zu machen?

00:01:10: und was braucht es um viel zu bewegen ohne sich selbst dabei zu verlieren.

00:01:17: Darüber spreche ich heute mit Dr.

00:01:19: Jana Scharfenberg.

00:01:21: Sie ist Ärztin, Ayurveda-Expertin Unternehmerin und Co-Autorin von Living Well Now.

00:01:30: Seit fünfzehn Jahren verbindet sie integrative Medizin, Ayurveda und healthy high performance.

00:01:37: Liebe Jana ich freue mich sehr dass du dir jetzt Zeit nimmst.

00:01:40: schade das wir uns nur mal digital kennenlernen aber der die Distanz zwischen Zürich und Linz ist dann doch ein bisschen zu groß.

00:01:48: deshalb jetzt digital.

00:01:50: schönen guten Morgen Jana.

00:01:51: Ja, guten Morgen!

00:01:52: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:54: Ich freue mich, dass ich hier sein darf und ich denke das persönliche Treffen holen wir auf jeden Fall zu einem anderen Zeitpunkt nochmal nach.

00:02:00: Sehr sehr gerne.

00:02:01: du bist gebürtige Münchnerin, lebst aber schon zwanzig Jahre jetzt in Zürich oder?

00:02:06: Genau, ich lebe jetzt schon sehr lange in Zyrich mit meiner Familie.

00:02:10: Das ist meine Wahlheimat hier Und es ist der schönste Ort den ich mir zum Leben vorstellen kann.

00:02:16: Ich kann das ganz gut verstehen.

00:02:19: Wir wollen dich jetzt noch ein bisschen besser kennenlernen.

00:02:22: Deshalb fangen wir mal an mit unserem kleinen Health Check, das muss ein bisschen schauen wie du denn deinen gesunden Lifestyle so gestaltest.

00:02:39: Wo im Körper meldet sich Stress bei dir zuerst?

00:02:43: Stress meldet sich bei mir immer im Kiefer, dass ich merke... ...dass die Zähne so zusammenbeißen.

00:02:49: Wie wir es ja auch so schön sagen, da muss ich mich jetzt noch durchbeißn!

00:02:52: Aber ich merk's ehrlich gesagt meistens erst dann wenns schon ein bisschen kippt und ich die Zäne so lange zusammengebissen hab das sie Kopfschmerzen kommen und die Verspannung da sind.

00:03:02: Das heißt so Kieverkopfregion ist so meins was ich dann zwar relativ spät aber dann auch sehr heftig melden kann Was

00:03:11: ist du an Tagen, an denen sich ein Termin an den nächsten freit?

00:03:16: Wenn ich das vorabsehen kann, dass ich einen Termin am anderen reite, dann bin ich meistens ziemlich geplant und habe eigentlich sehr simple Sachen.

00:03:23: Dass ich morgens in Porridge-S oder Overnightouts, die mir vorbereitet hab, mein Mittagessen mitnehmen.

00:03:30: Das ist da meistens irgendwas vorgekochtes.

00:03:32: Vielleicht Ofengewüsse mit Fisch und Reis.

00:03:35: Wenn es schnell gehen muss, hab ich vielleicht auch mal einen Smoothie oder einen Shake dabei da so gut wie möglich mit der Planung durchzugehen und dann abends wenn ich nach Hause komme, dann vielleicht noch mal zu schauen was tut meinem Körper jetzt gut.

00:03:49: Oft sind es ja die ungeplanten Tage wo wir plötzlich merken oh hoppala nichts läuft nach planen und wie sieht's eigentlich mit dem Essen aus?

00:03:56: Da versuche ich relativ entspannt zu sein denn Aus meiner Sicht macht es so einen Tag, er macht's sehr dann nicht aus und da probiere ich einfach unterwegs auf das zurückzugreifen was gerade geht.

00:04:07: Schau mal dass viel Gemüse dabei ist, irgendeine gute Proteinquelle und ganz ehrlich wenn auch das mal nicht klappt überlebe ich auch ganz gut wenns halt mal das Brötchen die Semmel vom Bäcker isst und dann darf am nächsten tag anders weitergehen.

00:04:21: An einem

00:04:24: guten Tag darf niemals fehlen, dass ich Freude hatte und gelacht habe.

00:04:29: Dass ich meine Familie, meine Kinder gesehen habe und mich bewegt

00:04:33: hab.

00:04:34: Welche Gesundheitsregel hast du bewusst über Bord geworfen?

00:04:38: Ich habe für mich bewusst die berühmt-berüchtigte Morgenroutine über Bord geworfen.

00:04:43: Das hab ich früher wahnsinnig gern gemacht, viel daraus geschöpft und das auch wirklich so fast schon als meine Art Religion gesehen morgens aufstehen und was für sich machen.

00:04:53: Als ich dann das erste Mal Mama geworden bin hat sich das Rapide geändert.

00:04:57: Und jetzt merke ich, ich brauche nicht per se die Morgenroutine aber ich brauch meine Anker im Tag an denen ich was für mich mache ab ob des Morgens um fünf sechs oder erst um zwölf Uhr mittags ist Spiel.

00:05:07: Es fehlt eigentlich keine Rolle mehr für mich.

00:05:13: Kann man bei gesunden Gewohnheiten überhaupt übertreiben?

00:05:19: Ich glaube, ich bin manchmal schon was Bewegung angeht.

00:05:23: Weil mir das so gut tut und weil ich auch sehr gern Ausdauersport mache Krafttraining da kann es schon mal sein dass sich dann am Ende der Woche merkt Ui!

00:05:31: Das war jetzt ganz schön viel Training.

00:05:32: die Regeneration hat ein bisschen gelitten.

00:05:35: Dass ist vielleicht etwas wo ich sagen würde Da kann ich manchmal auch ein bisschen entspannter sein.

00:05:48: Ja na woran erkennst du denn eigentlich einen Menschen der nach außen vielleicht hervorragend funktioniert?

00:05:55: Innerlich Aber bereits der Notstrom läuft.

00:05:58: Das ist eine schöne Frage, weil das sind tatsächlich ja relativ viele Menschen die so durch die Gegend laufen.

00:06:04: Ich erkenne es meistens daran dass die Menschen nicht sehr präsent wirken, nicht im Moment sind sondern der Kopf schon wieder irgendwo anders.

00:06:11: Dass die Augen vielleicht sehr suchend unterwegs sind muss ich mein Handy nochmal checken hier in die E-Mail schauen und an der Körperhaltung, an der Energie und wie die Person mir auch von ihrem Leben berichtet.

00:06:24: Menschen können berichten, dass sie viel los haben.

00:06:28: Aber das mit einer Freude und einem Elan.

00:06:30: Sie können mir die Qualitäten erzählen wie sie das empfinden.

00:06:34: Und wenn wir mehr funktionieren sind und dadurch hetzen dann ist es mehr ein Funktionales Erzählen am Ende des Tages.

00:06:41: auch ich mache das und das und Das und Es ist überhaupt kein Leben sozusagen in dem und das sind immer so für mich die Parameter wo ich sehe oh hier dürfen wir hinschauen Dass das nicht so stark in die Richtung kippt.

00:06:52: Wir erklären das dann ja oft gerne mal mit einfach, naja es ist halt gerade eine stressige Phase.

00:06:58: Aber welche Körpersignale zeigen uns denn dass das schon mehr als nur eine Phase?

00:07:05: Ja!

00:07:06: Das ist ja so der schöne Klassiker, den du beschreibst.

00:07:08: Es ist nur eine Phase.

00:07:10: Wenn das dann mal vorbei ist... Dann mache ich Pause!

00:07:14: Dann wird es anders und wumm schon kommt wieder das nächste.

00:07:18: Und ich glaube genau daran erkennen wir das gut für uns wenn sich Phase an Phase reiht und wird es auch körperlich merken dass es gar keine Pause mehr gibt, dass es keinen Unterbruch oder kein Wechsel gibt weil ich per se finde das funktionieren knackigen Phasen per se, die sind ja gut und richtig.

00:07:38: Wir können schon auch harte Dinge in unserem Leben tun und auch mal funktionieren aber wenn wir merken der Unterbruch ist nicht mehr da.

00:07:45: Am Körper merken wir das, was du mich am Anfang auch gefragt hast wo ich den Stress oder die Spannung merke, wenn das konstant wird.

00:07:53: Wir merken es dann daran, wenn gewisse Dinge nicht mehr in den Wechsel finden, also wenn wir immer zu spät ins Bett gehen.

00:08:01: Wenn immer die Verdauung verrückt spielt.

00:08:05: Wenn ich immer ein Herzrasen merke, wenn ich immer die Muskeln angespannt spüre all diese Dinge ja, die kurzfristig da sind dass wir funktionieren oder einfach zeigen, dass wir gerade im akuten Stress sind.

00:08:18: Wenn das in einen chronischen Stress sozusagen wandelt und das für uns unsere Normalität wird – und ganz ehrlich auch wenn ich meinen Körper gar nicht mehr so gut spüre!

00:08:29: Je mehr ich im Stress bin desto weniger bekomme ich mit was in mir selber eigentlich los

00:08:33: ist.".

00:08:34: Und du hast am Anfang beschrieben bei dir ist es so diese Kopfregion wo du das spürst?

00:08:39: Das kann bei jedem woanders sein

00:08:41: oder?!

00:08:42: Absolut Wir sind alle super individuell, wir haben alle unsere Stressmuster und auch unsere somatischen also körperlichen Muster.

00:08:51: Ich sage immer das ist wie so ein Mobile ja irgendwo ziehe ich und der Rest kommt so hinterher und wir alle haben einfach unsere Eingangstüren die da am ersten geöffnet werden.

00:09:02: man kann natürlich schon grob sagen es gibt mehr so die Kopfmenschen mit Kiefernacken, Kopfschmerzen, Migräne reagieren.

00:09:09: Wir haben mehr die Bauchmenschen vielleicht mit Verdauungsbeschwer reagieren.

00:09:14: Aber grundsätzlich ist das bei jedem ganz, ganz anders und auch wie sich es dann fortreit?

00:09:21: Ja also für die eine ist vielleicht die Verdauung und dann kommt zusätzlich noch was anderes dazu.

00:09:25: Für den nächsten ist es der Kopfschmerz und da kommt das nächste Symptom dazu.

00:09:29: Da dürfen wir ganz klar hinschauen denn Stress Facettenreiches Muster, auch wenn in uns immer die gleiche Reaktion per se abläuft.

00:09:41: Wenn bei dir das Stress kommt werden die gleichen Neurotransmitter ausgeschüttet erst mal wie bei mir.

00:09:47: aber was wie im Körper darauf reagiert?

00:09:50: Das ist sehr unterschiedlich.

00:09:52: Kann man es eigentlich auch an einem Blutbild, einem großen Blutblut ablesen Wie gestresst jetzt jemand tatsächlich ist wenn sich jetzt jemand schwer tut seine Signale einzuordnen dass man quasi den Weg geht und sich mal das am Blutbild abzulesen oder kann man manche Dinge da auch nicht lesen?

00:10:12: Also wenn wir das Blut anschauen, können wir ja verschiedene Parameter sehen.

00:10:15: Wir können schauen wie sie denn die Blutzellen aus, dass ist das klassische große Blut-Bild, dass wir da die wichtigsten Blutsellen in Zündungswerte usw.

00:10:22: anschauen.

00:10:23: Und hier muss man bei Bedenken.

00:10:24: Punkt Nummer eins des Blutbilds also alles was in unserem Blut passiert hält sich relativ lange im Gleichgewicht.

00:10:32: Das heißt Zum Beispiel der Calcium-Spiegel wird immer relativ konstant im Blut gehalten.

00:10:38: Das kann sein, dass andere Organe vielleicht zu wenig Calcium haben.

00:10:42: Der Knochen kennen wir ja vielleicht bei der Ossypherose oder Ähnlichem.

00:10:45: Ich sage das jetzt bewusst sehr vereinfacht eher fürs Verständnis.

00:10:48: Das heißt in Blut können wir nicht unbedingt alles abbilden.

00:10:53: und der zweite Punkt ist, dass das Blutbild natürlich immer nur ein Puzzlestück es vom Gesamtbild.

00:10:59: Das ist ganz wichtig.

00:11:01: Und zeitgleich, wenn Menschen lange in einem chronischen Stress sind kann sich das natürlich auch in den Laborwerten zeigen.

00:11:10: Warum?

00:11:10: Punkt Nummer eins – Stress bringt vieles mit sich!

00:11:14: Mein Immunsystem kann sich anpassen, dass ich infektanfälliger bin.

00:11:19: Vielleicht esse ich nicht mehr so gut oder meine Verdauung funktioniert nicht mehr, sodass ich genügend Nährstoffe aufnehme.

00:11:24: Das kann sich natürlich langfristig auch zeigen!

00:11:29: Es wäre zu einfach zu sagen hey ich kann hier sofort den Stress per se sehen Ich kann gewisse Auswirkungen sehen muss dann aber natürlich ganz klar rekonstruieren aus welchem Grund ist das denn per se?

00:11:41: der stress an sich ist ja einfach erstmal eine körperliche und mentale Reaktion, die aber viel in unserem Körper verschiebt.

00:11:49: Deshalb lange Rede kurzer Sinn.

00:11:51: Ja ich kann vieles auch im Blut sehen Aber nur wenn ich weiß welche Parameter ich da genau anschauen möchte Und wie ich sie auch In das Gesamtsystem Mensch mit allem was der Mensch Mit sich bringt einordnen Kann.

00:12:04: Du stellst im Buch Die Frage arbeite Ich für meine Ziele oder gegen mich selbst?

00:12:10: Woran Erkenne ich denn jetzt den Unterschied im Alltag?

00:12:14: Ich glaube es ist wichtig, dass wir alle immer hinterfragen warum tun wir eigentlich was wir tun.

00:12:19: Denn wenn wir ganz ehrlich sind, sind wir natürlich alle von einer Leistungsgesellschaft geprägt und übernehmen natürlich auch unbewusst von außen ganz viele Komponenten.

00:12:29: wie soll die Karriere aussehen, wie soll ich vielleicht auch als Frau in dieser Gesellschaft sein und so weiter und sofort.

00:12:34: Und wenn wir etwas von Außen übernehmen dann muss das nicht unbedingt mit unseren eigenen Werten und Wünschen übereinstimmen.

00:12:42: Und trotzdem machen wir es!

00:12:43: Deshalb ermutige ich immer, schau dir an was sind deine Ziele?

00:12:47: Was sind auch deine Wünsche und Ambition für dein Leben?

00:12:51: Weil wenn wir wissen warum wir etwas tun ja Dann fällt es uns nicht nur einfacher dran zu bleiben sondern da machen wir das aus einer ganz anderen Haltung und Qualität heraus.

00:13:01: Das ist ein Unterschied ob ich sage dass in meine Wünsche und Ziele, dann mache ich das für mich.

00:13:08: Kann auch in der Anstellung natürlich sein oder ein größeres äußeres Ziel.

00:13:13: Es muss nicht per se eine Selbstverwirklichung in dem Sinne sein.

00:13:16: aber dann habe ich einen Grund.

00:13:17: Dann hab' ich einen Wert.

00:13:18: Dann habe ich eine intrinsische Motivation etwas was von innen heraus kommt.

00:13:22: wenn ich etwas mache ohne zu hinterfragen warum ich das tue Dann sind diese Qualitäten nicht gegeben und dann kann es eben schnell passieren, dass ich da einfach nur noch durch Funktioniere und mache.

00:13:35: Und gar nicht mehr die Möglichkeit habe zu reflektieren.

00:13:39: Warum tue ich das eigentlich?

00:13:40: Sehen wir bei vielen Menschen, die eine hohe Identifizierung vielleicht auch mit ihrer Jobposition ihre Karriere haben.

00:13:49: Dass ist da... Ich arbeite viel mit Burnout-Patientinnen ganz Schwieriges hinzuschauen und zu sagen, wer bin ich denn eigentlich ohne diesen Job?

00:13:58: Ja was macht mich dann eigentlich aus.

00:14:00: Und deshalb haben viele Menschen auch so eine hohe Schmerzgrenze im Funktionieren weil die Angst, wer Bin Ich Ohne all diese äußeren Komponenten sehr groß ist um wir uns natürlich in die Tiefe mit uns selbst beschäftigen müssen.

00:14:12: Was beobachtest du da in solchen Gesprächen, wenn jemand mal wirklich sich dann ganz offen und ehrlich die Frage beantwortet?

00:14:20: Wer bin ich denn ohne meinen

00:14:22: Job?".

00:14:22: Das erlebe ich ganz häufig.

00:14:24: Natürlich ist das für mich eher, wenn ich in der Rolle der Ärztin bin – dass Patient-Patientin reinkommt, die Tür geht zu.

00:14:30: Meistens kommen auch erstmal die Emotionen, dass man so alles sozusagen raus darf.

00:14:35: Das beobachte ich immer als Erstes.

00:14:37: Und das zweite ist ... dass die Frage sich nicht einfach beantworten lässt.

00:14:41: Das ist für viele ein sehr, sehr langer und intensiver Prozess der tief geht, der sehr tief geht – eigene Überzeugung, Sozialisierung, Kindheit.

00:14:52: Vieles muss hinterfragt werden!

00:14:55: Und das ist wenn wir uns erschöpft fühlen und eh schon gestresst sind, ist es natürlich kein einfacher Prozess.

00:15:02: bringe diese Frage gerne früh mit ins Gespräch, aber eher erst mal als offene Komponente die so ein bisschen im Hintergrund ich sag mal wie so einen Samen der gesät wurde mitwachsen darf.

00:15:13: Aber es gibt da keine eindeutige Antwort sondern das ist oft dann auch wieder wie so ein Puzzle ja dass die Menschen einzelne Stücke anschauen für sich reflektieren und dann kommt irgendwann die Antwort darauf.

00:15:27: und die muss gar nicht Ich sag mal eloquent in Worte gefasst sein, sondern meistens das für die Menschen Gefühl.

00:15:33: Das möchte ich und das möchte nicht mehr.

00:15:35: ist es für mich jetzt in dieser Position möglich oder eben auch nicht.

00:15:39: Warum bemerken denn oft gerade leistungssprache Menschen so spät dass ihre Belastbarkeit längst schwindet?

00:15:46: Das hat mehrere Gründe wenn wir im Funktionieren sind beschäftigen wir uns nicht mit der Reflexion, dem Innerhalten und in den Körper spüren.

00:15:54: Das ist ja sozusagen genau das Gegenteil.

00:15:57: Wenn wir funktionieren, blenden wir das sehr stark aus.

00:16:02: Wir kriegen schon das Feedback von unserem Körper oder auch vom Kopf wie es uns geht.

00:16:06: Wir ignorieren das aber.

00:16:08: Und das können wir relativ langen.

00:16:10: Ich sage den Menschen immer hey, der Körper und auch der Geist machen sehr viel mit die verzeihen sehr viel.

00:16:17: Und natürlich, der Körper spricht so lange zu uns mit subtilen Signalen.

00:16:23: Ich schlafe nicht mehr so gut!

00:16:24: Der Rücken zwickt ein bisschen und wenn wir das ignorieren irgendwann wird der Körper halt laut.

00:16:29: Das sind dann die Punkte wo Menschen sagen plötzlich in anführenden Strichen war der Bandscheibenvorfall, der Hörsturz was auch immer da aber es ist nie plötzlich Es baut sich immer so auf.

00:16:42: Das ist das eine dass wir das einfach wegdrücken quasi da nicht mehr hinhören.

00:16:47: Und das andere, was ich ganz wichtig finde ist dass wir nicht unterschätzen dürfen, dass all diese Themen, alle diese Signale die sind sehr gesellschaftsfähig geworden und oft auch so werden sie wie eine kleine Medaille getragen.

00:17:01: Oh, ich hab so viel zu tun.

00:17:02: Heute habe ich die ganze Nacht durchgearbeitet.

00:17:04: Das Wochenende hab ich durch geblockert.

00:17:06: Wir können schlafen wenn wir tot sind.

00:17:08: Ach ja, Kopfschmerzen hab ich auch mal und das schafft natürlich auch eine Umwelt.

00:17:13: sag' ich mal wo das normal ist, wo es vielleicht auch anerkannt wird mit der Prämisse, dass is ne Powerfrau oder diese Person leistet wahnsinnig viel weil's wär was anderes, wenn du morgens ins Büro kommst dann boah!

00:17:25: Ich hab die dritte Nacht in Folge durchgeblockert und gearbeitet und alle würden dich anscheinend sagen Bist du eigentlich völlig verrückt?

00:17:31: Du weißt aber schon, dass Schlaf das Wichtigste auf der Welt ist.

00:17:34: Würdest du damit wahrscheinlich anders umgehen als wenn dich alle anschauen würden sagen wow die reißt wirklich was in ihrem Job und ich glaube diese Kombination lässt uns sehr lange funktionieren und wir dürfen als dritte Komponente natürlich nicht vergessen Wenn wir im Funktionieren sind geht ja auch ein Großteil unserer Zeit am Tag im Leben, ja und unsere Energie da rein.

00:17:57: Und oft so dramatisch sich das anhört wissen viele Menschen auch gar nicht mehr.

00:18:02: was soll ich denn...was mache ich eigentlich sonst wenn ich jetzt nicht in meinem Job bin?

00:18:06: Das muss man oft richtig wieder lernen.

00:18:09: auf was habe ich Lust, was sind meine Hobbys?

00:18:11: wie fühlt es sich an wenn ich mal nichts im Kalender stehen hab und alles was wir nicht kennen fühlt sich auch für unseren Körper rein aus der Nervensystemebene erst mal unsicher

00:18:22: an.

00:18:23: Das heißt, gerade dann wenn man versucht Ruhe zu bekommen, dann kriegt man ja oft überhaupt keine Entspannung sondern das Gegenteil Unruhe oder

00:18:32: Schuldgefühle.

00:18:33: da passiert also was im Nerven-System?

00:18:34: Genau!

00:18:35: Das Nerven System sagt das ist neu alles was Neues stufen wir erstmal als Gefahr ein.

00:18:40: Wir wissen noch nicht so genau wo es hingeht.

00:18:43: Die andere Situation ist auch nicht so gut, aber da wissen wir wenigstens in Anführungsstrichen dass sie sicher ist weil da überleben wir drin.

00:18:49: Und es muss man richtig neu lernen.

00:18:50: das ist wie ein Re-programmieren ein Inneres ja.

00:18:55: Wir müssen uns vereinfacht gesagt die Beweise erstmal dafür schaffen Ja Dass das auch funktioniert dass das Spaß macht dass das das Richtige ist.

00:19:04: Denkt dran wenn du's erst einmal auf einem fünf Meter Brett stehst im Freibad Huch!

00:19:10: Da steht Man schaut runter Denkt, ich gehe da wieder runter und wenn man sich irgendwann überwunden hat den ersten Sprung macht dann merken wir wo.

00:19:18: das war herausfordernd aber ich habe es geschafft.

00:19:20: Und dann gehe ich nochmal und dann ist das Kribbeln noch mal da und nochmal und irgendwann kannst du einfach hoch gehen und machst das ja?

00:19:27: Aber das müssen wir richtig kultivieren üben und lernen dass das für uns wieder funktioniert.

00:19:33: Aber das bedeutet jetzt nicht, dass wenn wir ein reguliertes Nervensystem haben, dass wir in der Dauergelassenheit verweilen dürfen sollen.

00:19:43: Darum geht es gar nicht!

00:19:44: Das erklärst du auch im Buch – was bedeutet denn Regulation wirklich?

00:19:47: Ja bei der Regulation des Nerven-Systems haben wir genau das, was Du sagst oft so, diesen Trugschluss.

00:19:54: Jetzt muss ich immer entspannt sein und da ist bloß kein Stress, nichts darf kommen falsch, sowohl biologisch wie natürlich auch einfach in der Umsetzung.

00:20:08: Denn auch wenn wir hier im Podcast Gespräch sind unser Nervensystem muss aktiv sein.

00:20:13: Das muss nicht im chronischen Stress sein.

00:20:14: aber auch für eine Aufmerksamkeit, für eine kognitive Leistungsfähigkeit muss ja das Nervenystem auch aktiviert sein.

00:20:23: D.h.,

00:20:24: Wir müssen als Menschen diesen ganzen ... das ganze Spektrum leben und fühlen können.

00:20:32: Das Wichtige, was wir bei der Regulation meinen ist ich sage immer wie du kennst es wahrscheinlich auch noch an der Stereoanlage dieser Lautsprecherregler den kann nicht auftreten dann wird's richtig laut den kann ich runterdrehen dann wird ganz leise und wir wollen das ganze Spektrum.

00:20:47: ja wir wollen die Aktivierung denen in anfänglich Stress wir wollen aber auch die Ruhe die Regeneration Wir wollen vor allem da sehr geschmeidig hin und her pendeln können.

00:20:58: dass ist die Regulation.

00:20:59: oder wie so ein Licht, was so einen Regler hat.

00:21:01: Ich kann es total hell machen und ich kann's ganz runter dimmen.

00:21:06: Diese Regulation wollen wir nicht konstant, dass das immer bei dreizig Prozent Helligkeit oder dreißig Prozent Lautstärke ist weil dann können wir gar nicht mehr auf das Leben reagieren ja?

00:21:17: Und das brauchen wir.

00:21:18: die meisten Menschen sind einfach fix in einem Zustand also meistens in dieser Überreaktion in diesen starken Stressmodus oder irgendwann, dass sie gar nicht mehr können.

00:21:29: Dann ist es komplett runtergefahren.

00:21:30: das ist so.

00:21:31: der Crash sage ich mal aber wir wollen alles dazwischen ohne in diese starken Extreme dauerhaft zu kommen.

00:21:41: Das ist eine Regulation des Nervensystems und nicht mach mal schön so das Mittelmaß aber bewege dich da bloß nicht raus.

00:21:48: Kannst du mit uns mal so einen kurzen Körpercheck machen?

00:21:53: Woran erkennt man denn so in einer Minute, woran merkt man wohl?

00:21:57: gerade der Regler, dass der Anlage ist.

00:21:59: Also ob wir gerade angespannt erschöpft oder tatsächlich reguliert sind.

00:22:05: Ja ich glaube das schönste ist wirklich erstmal zu sagen.

00:22:10: die erste Frage spüre ich meinen Körper?

00:22:12: ja weil die meisten sagen Merke ich gar nicht.

00:22:15: Das heißt, schau mal hin!

00:22:17: Wie fühlt sich dein Körper jetzt gerade an?

00:22:21: Sind die Muskeln angespannt?

00:22:22: Hast du vielleicht die Schultern nach oben gezogen?

00:22:25: Ist der Kiefer zusammengepresst?

00:22:28: So zwischen den Augenbrauen, dass sich das so zusammenzieht oder bist du ganz hebelig?

00:22:34: Merkst du, dass der Fuß nebenbei vor sich hinwippt?

00:22:37: Beobachte mal diese Dinge.

00:22:39: Ja, das ist immer so das Erste was ich dem Menschen sage.

00:22:42: Komm mal in Zier und jetzt ohne irgendwas zu verändern einfach wahrnehmen!

00:22:45: Und dann natürlich die Atmung.

00:22:47: Atmungen

00:22:48: finde ich immer so ein bisschen muss mir hingucken weil wenn hierzu dir sagt beobachte mal deine Atmungswürst du sie automatisch etwas verändern?

00:22:56: Aber da einfach im Alltag immer wieder gucken wie atme ich denn?

00:22:59: Denn wenn wir angespannt sind halten wir meistens so die Luft an ja die meisten machen dann erstmal einen und gehen da raus.

00:23:07: Und dann empfehle ich immer so ein bisschen in die leichte Bewegung zu kommen, alles ein bisschen mal durchzuschütteln, durchzubewegen wirklich ein paar Mal durchzuatmen und dann zu gucken bin ich hier meinem Körper oder rennt der Kopf irgendwo anders hin?

00:23:21: Bin ich zwar hier physisch aber ist der Kopf Zukunft beim nächsten Meeting?

00:23:26: oder knabber da noch um, was vielleicht gestern passiert ist.

00:23:31: Das sind für mich immer so gute Anzeichen hinzugucken.

00:23:35: Weil was für mich per se mit meinen Patientinnen gar nicht so relevant ist, immer genau zu definieren bin ich jetzt da oder da sondern mehr wie fühle ich mich?

00:23:44: Ich kann im maximalen Stress- oder Anspannung sein aber das kann eine gewisse Euphorie in einem gewissen Flow haben.

00:23:52: Ja, also als wir zum Beispiel dieses Buch über was wir gerade schon gesprochen haben.

00:23:56: Als wir es endlich abgegeben haben und so lange an diesem Manuskript saßen.

00:24:00: das war alles hier oben.

00:24:01: das war maximale Anspannung.

00:24:03: aber eine gute Anspannung ja.

00:24:05: und darum geht's fühle ich mich gut damit oder nicht?

00:24:09: Und genau so ist es andersrum auch.

00:24:11: Ich kann relativ entspannt von den Muskeln sein, ich kann tief und gleichmäßig atmen aber ich kann mich dabei gar nicht gut fühlen weil ich mich vielleicht super erschöpft fühle oder weil ich vielleicht anders rum ist.

00:24:22: jetzt bräuchte mich mal zu aktivieren um auch so ein Release zu haben.

00:24:26: Deshalb ihr Lieben nochmal zusammengefasst kommt in euer Körper.

00:24:30: Atmung ist ein einfacher Weg checkt die muskeln schaut auch Mal was da oben im Kopf so passiert und geht dann mehr an die Qualität.

00:24:37: wie fühle ich mich?

00:24:38: Ich möchte mich eigentlich gerade fühlen.

00:24:40: Da passt es auch ganz gut, was ihr im Buch schreibt nämlich Zeit sei nur der Rahmen Energie der Treibstoff.

00:24:48: Was verändert sich denn wenn ich morgens nicht nur frage was muss ich heute schaffen sondern wofür habe ich heute Kraft?

00:24:56: Das verändert sich alles.

00:24:59: Also was letztendlich verändert ist die Qualität wie ich Dinge sehe Und B, wie ich auch mit meiner Zeit, mit meiner Lebenszeit letztendlich umgehe.

00:25:09: Weil genau wie du sagst wir gucken oft in den Kalender und sagen Boah da ist heute viel los Ich muss...ich weiß gar nicht wie ich das alles schaffen soll.

00:25:16: Es ist viel zu wenig Zeit.

00:25:17: Das heißt der erste Punkt ist dass wir Zeit oft sehr defizitär sehen?

00:25:22: Ich habe keine Zeit es muss schneller gehen usw.

00:25:25: Ja und das zweite ist, dass wir die Zeit eben oft so linear anschauen.

00:25:30: Jetzt habe ich eine Stunde und da sollte ich das erledigen anstatt wirklich hinzugehen und zu sagen wie ist denn meine Energie?

00:25:36: Wie ist meine Energie?

00:25:38: was kann ich in wann am tag auch?

00:25:41: ja gut erledigend weil wir alle kennen ja dieses phänomen des bedenken boah das ist jetzt so viel und dann setzen wir uns hin sind gut ausgeruht sind motiviert es zu machen und denken nach zwanzig Minuten war ich mir den da jetzt eigentlich so ein stress gemacht.

00:25:54: noch gar nicht so schlimm.

00:25:56: Und andersrum genauso, dass wir mal eben schnell eine Aufgabe machen wollen und die erschlägt uns fast weil sie irgendwie nicht mal umfangreich ist aber uns viel Energie kostet.

00:26:06: Deshalb sage ich schaut eure Energie an!

00:26:11: Auch ganz einfach geht mal durch euren Alltag.

00:26:14: Oft ist ja vieles vorgegeben, da müssen wir natürlich auch realistisch hinschauen.

00:26:18: aber schaut mal mit was für eine Energie macht ihr die Dinge und wann habt ihr auch die Energie?

00:26:23: Wir kennen es von Klassikern morgenmensch abenmensch.

00:26:26: eine kann da besser arbeiten oder Sport machen oder was auch immer.

00:26:30: Aber ich glaube wir dürfen die Energie auch wirklich nochmal als ersten Schritt mehr schätzen und überhaupt ein Bewusstsein dafür haben.

00:26:38: Weil wenn wir in diesem Linearen, jetzt bin ich acht Stunden beim Arbeiten und dann habe ich zwei Stunden das, dann gehen wir auch wieder was wir freuen mit dem Regulieren hatten ja in so eine Linie anstatt diese Rhythmen und Zyklen die biologisch in uns wohnen zu nutzen und damit wirklich das auszuschöpfen, was wir machen wollen.

00:26:59: Janne du hast schon ganz viele spannende Reisen gemacht.

00:27:04: Was hast du denn da beobachtet, wie Menschen Gesundheit leben in anderen Kulturen?

00:27:09: Welche Gewohnheit aus diesen Kulturenen fehlt unserem durchgetakteten Alltag oft.

00:27:17: Das ist eine sehr schöne Frage weil das wirklich was ich super gerne mache in anderen Ländern und Kulturen unterwegs zu sein um zu sehen wir leben Menschen was hat Gesundheit für einen Stellenwert?

00:27:27: Und natürlich ist es von außen immer einfach da drauf zu gucken und das auch ein bisschen zu romantisieren, um zu sagen oh wow in China leben alle mehr mit der Energie und dem Tiefloß oder Ayurveda in Indien.

00:27:45: Das ist so eine Naturheikunde.

00:27:47: aber wir dürfen natürlich immer nicht vergessen genau wie du sagst es ist ja einem kulturellen gesellschaftlichen System verankert.

00:27:54: Ja, das heißt es ist schwierig nur die Gesundheit anzuschauen und zu schauen was machen die Menschen anders wenn ich da nicht diese ganzen anderen vielleicht auch wirtschaftlichen Faktoren mit berücksichtigen?

00:28:05: Wenn wir aber uns erlauben an dieser Stelle dass ein bisschen bewusst zu für allgemeinen und auch zu vereinfachen würde ich sagen was uns hier in einer doch sehr weit entwickelten technischen, modernen Gesellschaft oft ein wenig fehlt ist der erste Punkt die Natur.

00:28:26: Wir als Menschen sind ein Naturprodukt.

00:28:28: wir vergessen das hier oft manchmal und wir können ganzen Tag gleiche Lichtverhältnisse haben die gleiche Temperatur vielleicht in unserem Apartment einstellen.

00:28:37: Wir können über das ganze Jahr Saison unabhängige Lebensmittel einkaufen usw.. Da geht oft so ein bisschen verloren, hey wir sind da aber auch Teil der Natur und wir haben eine andere Energie im Herbst als im Sommer oder im Winter.

00:28:50: Und das dürfen wir respektieren und auch zelebrieren mit dem Gehen.

00:28:54: Das ist das Eine und ich glaube das Zweite, das ist jetzt natürlich auch etwas pauschalisiert.

00:29:00: Es ist mir ganz bewusst was zur Gesundheit ja auch viel beiträgt ist die Gemeinschaft wirklich dass Menschen zusammenkommen generationsübergreifend.

00:29:11: Nicht nur in der Kernfamilie, sondern wirklich in diesem berühmt-berüchtigten Dorf auch einen Austausch haben weil das ist sehr wichtig für unsere mentale Gesundheit.

00:29:19: und es sehen wir natürlich hier auch in Studien und Statistiken dass die Menschen gefühlt zwar immer vernetzter sind Aber eigentlich immer einsamer werden und wir auch noch so diese kleinen Nuklearfamilien Mama, Papa, Kind oft haben aber drumherum dann die weit reichenden Strukturen fehlen.

00:29:37: Und das sind Dinge, die mir oft einfach auffallen in anderen Ländern oder Kulturen natürlich bewusst mit nochmal dem Einschieben dass es dafür sicherlich andere Herausforderungen auf sehr vielen Ebenen gibt, die wir wiederum nicht haben.

00:29:53: Jetzt hast du schon unsere hochtechnologisch entwickelte Welt hier angesprochen.

00:29:58: Das ist etwas, was uns auch ausmacht und immer mehr tracken alles ihren Schlaf und ihre Schritte.

00:30:06: Führt auch das manchmal schon mehr zu Erschöpfung als es hilft?

00:30:10: Nutzt so diese Dinge selbst?

00:30:12: Also ich fange mal von hinten an ja!

00:30:15: Ich nutze gewisse Tracker öfter Mal sehr bewusst, natürlich aus unterschiedlichen Intentionen heraus.

00:30:23: A. Natürlich weil meine Patientinnen mich das regelmäßig fragen welche Tracker macht für was Sinn und ich natürlich auch eine fundierte Antwort darauf geben möchte.

00:30:31: B finde ich es natürlich immer sehr interessant wie entwickeln sich Dinge weiter und probiert es auch gerne aus.

00:30:36: Und C finde ich ein paar Daten für mich persönlich schon auch spannend zum Tracken also Zyklus zb oder wenn ich Ausdauersport mache Puls usw.

00:30:47: Was ich aber zeitgleich schon auch beobachte, ist dass das Tracking all diese Gadgets sehr dominant logischerweise geworden sind.

00:30:57: Wir können alles sehr niederschwellig mit Ring-Uhrband was auch immer tracken Und ich würde immer die Frage stellen, was machen wir damit?

00:31:07: Weil viele Menschen sehen das dann als Potenzial um sich zu optimieren.

00:31:11: Gehen dann auch eher wieder ins Funktionieren rein und bekommen vielleicht eine Art Gesundheitsstress.

00:31:16: also der Klassiker ist dass Menschen sagen Ich habe eigentlich das Gefühl, ich hab ganz gut geschlafen aber guck mal meine Uhr zeigt an Der Erholungsindex ist katastrophal.

00:31:25: ja und Dann wird es natürlich schwierig weil es wichtig ist wie auf unsere Intuition hören Um die Zahlen als Unterstützung nehmen.

00:31:33: Das heißt wir müssen gut hinschauen, dass wir keinen Stress entwickeln.

00:31:36: Dass wir dann nur nach einem Index, nach einer Zahl oder nach einer Skala leben.

00:31:42: und das dritte was ich da drin aber sehe ist... Wir haben ja vorhin schon gesprochen, dass alle individuell sind.

00:31:47: für manche Menschen ist es auch sehr augenöffnend diese Zahlen zu haben.

00:31:52: Ja, weil was haben wir ja schon gesagt?

00:31:54: Ich kann super lang funktionieren und das als normal annehmen.

00:31:58: Und ich erlebe es bei vielen Patientinnen wenn die dann mal schwarz auf weiß sehen wie hoch das Stresslevel eigentlich ist über den Herzraten Variabilität oder andere Faktoren oder wie schlecht der Schlaf eigentlich wirklich ist rein numerisch Wie wenig Stunden geschlafen werden und wie oft man da vielleicht auch noch wach war Ist dass oft auch Augen öffnet.

00:32:19: Ja, also es hat von allen etwas.

00:32:20: Das heißt wir brauchen wie immer für uns persönlich das passende Maß natürlich auch eine Reflexion dazu und ein Gefühl Wie geht's mir damit?

00:32:30: Und dürfen dann festlegen Was ist mir dabei wichtig?

00:32:35: denn andersrum können Zahlen natürlich auch helfen zu verändern.

00:32:38: Ich erlebe viele Menschen die dann auch stolz sind wenn sie sehen guck mal meine Herzraten.

00:32:43: Variabilität hat sich verändert.

00:32:46: Der Stress ist wirklich besser geworden, das hat natürlich auch einiges Positives.

00:32:51: Schauen wir uns zum Schluss noch ein paar so Behauptungen an die immer wieder so fallen zum Thema

00:33:01: Gesundheit.

00:33:07: Das erste wäre sieben bis acht Stunden schlafe sei grundsätzlich regeneriert.

00:33:13: Na soll ich jetzt sagen ja nein oder vielleicht?

00:33:18: Was sagst du dazu?

00:33:19: Ich sage ja ein,

00:33:20: denn

00:33:21: Hut ab.

00:33:22: Wenn jemand das konstant schafft hat er auf jeden Fall schon mal die Quantität und die Regelmäßigkeit drin, die sicher für unseren Chronozyklus also für unseren Ablauf im Tag sehr wichtig sind.

00:33:34: natürlich macht es nur Sinn wenn diese Quantität auch die Qualität enthält.

00:33:40: Das heißt dass die Person auch aufsteht und sich erholt fühlt und gut fühlt.

00:33:46: Bleime noch ganz kurz beim Thema Schlaf, weil das kommt auch im Buch kurz vor.

00:33:50: Schlaf entscheidet sich ja nicht erst im

00:33:53: Bett

00:33:54: sondern schon während des ganzen Tages.

00:33:56: Welche eine sagen wir jetzt mal gewohnt hat?

00:33:59: am Tag verbessert denn Schlaf oft stärker als die perfekte Abendroutine?

00:34:05: Ich glaube unter anderem unser Medienkonsum.

00:34:09: Ja, dass wir wirklich den Medienkonsum runterfahren und zwar nicht erst in der Abendroutine ist.

00:34:14: Wir sagen eine halbe Stunde vom Schlaf mache ich dann mal das Handy aus sondern es ich wirklich Phasen habe wo ich auch mal ohne Smartphone Computer Input über Social Media oder ähnliches bin weil das natürlich den Geist runterfährt.

00:34:26: Das ist sicher die eine Sache.

00:34:28: Und die andere Sache die ich da gerne noch mit reinbringen möchte weil sie wird oft für den Schlaf auch etwas unterschätzt, ist habe ich mich im Alltag bewegt.

00:34:35: Weil die meisten von uns gehen zum Arbeiten sitzen vielleicht acht Stunden, neun Stunden am Schreibtisch fahren dann öffentlichen Verkehrsmittel mit dem Auto nach Hause und wir tragen noch sehr viel in uns.

00:34:47: und auch Sport und Bewegung oder einfach einen Spaziergang hilft auch das abzubauen und loszulassen.

00:34:53: ja und das heißt Wir brauchen ein gutes Maß an Aktivität am Tag dass wir dann in die Ruhe kommen können.

00:35:00: Zwei Punkte habe ich noch.

00:35:02: HRV, Cortisol und Schlafscore zeigen objektive gestresst oder erholt ich bin?

00:35:08: Stimmt das?

00:35:09: Objektiv sind alles Parameter bzw Daten die ein Hinweis darauf geben können wie stark mein System, wie stark meine Biologie oder die einzelnen Komponenten in meinem Körper aktiviert wurden durch unter anderem eine Stressreaktion.

00:35:28: Das stimmt!

00:35:29: Absolut.

00:35:30: Ich kann daraus aber keine Rückschlüsse per se ziehen, wie fühlt die Person sich?

00:35:37: Wie nimmt die Person das wahr?

00:35:39: Ja ich kann so Daten angucken und wenn es jemand ist der gerade ein Konzert gespielt hat, gucke ich drauf und sage wow!

00:35:44: Das ist ja alles im riesen Stress, aber die Person hatte vielleicht die Zeit ihres Lebens entweder auf der Bühne oder im Publikum.

00:35:51: Das heißt ich muss das abgleichen auch wieder inhaltlich mit der Qualität.

00:35:55: Aber wir wissen aus Studien, dass diese objektivierbaren Daten vor allem über eine lange Zeit – das ist ja auch wichtig!

00:36:03: Ein einzelner Wert sagt mir gar nichts.

00:36:05: Ich muss das schon immer bei der Person über längere Zeit anschauen.

00:36:10: kann mir das schon eine Indikation dafür geben, ob ein gewisses chronisches Stresslevel vorhanden ist und ob das zum Beispiel auch eine Auswirkung haben kann.

00:36:19: Also konstante Herzratenvariabilität die ungünstig kann sich ungünstig auf unsere Herzgesundheit auswirken, ist aber natürlich was ganz anderes.

00:36:30: Wenn ich sportlich bin, wenn ich meine Ernährung dementsprechend angepasst habe oder ich vielleicht andere Risikofaktoren habe wie Rauchen erhöhte Cholesterinwerte

00:36:41: usw.,

00:36:42: also wie immer ein Puzzlestück, aber in dem Kontext können wir das da etwas

00:36:46: platzieren.".

00:36:48: Stichwort Sport hast du gerade gesagt?

00:36:54: Eindeutiges Ja!

00:36:56: Sport und Bewegung.

00:36:58: Sport ist ja in der engen Definition etwas anderes als Bewegungsbewegungen, ist immer wenn ich mich sozusagen, wenn ich spaziere, wenn Ich irgendwas mache und sport ist ja aktiv wirklich mit einer höheren Intensität also entweder Herz-Kreislauf-Training wie zum Beispiel Joggen oder Walken oder Krafttraining wo ich die Muskeln stimulier und ähnliches.

00:37:17: Ja das hilft sehr gut sehr stark bei Stress.

00:37:21: Punkt Nummer eins hilft es den Stress abzubauen, das ist jetzt ein bisschen sehr vereinfacht gesagt aber was wir vorhin schon besprochen haben es hilft wirklich in den Körper zu kommen und wirklich das Nervensystem zu regulieren tut uns auch einfach gut.

00:37:37: und zum anderen regt es natürlich den Stoffwechsel an, es hilft uns besser in die Regeneration zu kommen.

00:37:43: Muskeln sind eines der wichtigsten Organe was wir haben für unseren gesamten Stoffwechsel, für die Herzgesundheit, für unsere Haltung, Prävention im Alter also das spielen so viele Faktoren mit rein dass wir das von allen unterschiedlichen Seiten beleuchten können.

00:38:01: deshalb kriegt's einfach ein dickes pauschales Jahr.

00:38:04: Und reicht es jetzt eigentlich, wenn man quasi die ganze Woche durch im Leistungsmodus ist Stress und am Wochenende hat man dann Zeit für Sport oder braucht es das ein bisschen aufgeteilt da in der Woche?

00:38:19: Also ich sage immer so wir müssen gucken wo startet die Person.

00:38:22: Alles ist erstmal besser als nichts.

00:38:25: Immer erst mal loslegen runter von der Couch raus aus dem Bürostuhl, was auch immer damit starten, was gerade geht.

00:38:34: Idealerweise entwickelt sich das dorthin dass wir regelmäßig Sport und Bewegung haben.

00:38:41: Alltagsbewegungen ist das A&O.

00:38:42: es bringt mir nicht so viel wenn ich zehn Stunden am Schreibtisch sitze und dann dreimal die Woche eine halbe Stunde ins Fitnessstudio gehe ist gut, aber wir brauchen einen bewegten Alltag.

00:38:51: Das heißt das können wir alle egal wie viel wir im Büro sitzen Wege laufen Treppe nehmen zur Arbeit mit dem Fahrrad fahren was auch immer soviel wie möglich Sport und Top.

00:39:01: hier spreche ich spezifisch von Ausdauertraining.

00:39:04: ja Walken joggen ähnliche Dinge Krafttraining Muskelaufbau mit Gewichten.

00:39:11: Das sollten wir idealerweise schon verteilt über die Woche dabei haben, weil wir natürlich den regelmäßigen Reiz brauchen.

00:39:20: Dass sich das Ganze alles ist im Ende ein Muskel.

00:39:23: Den müssen wir immer wieder stimulieren, dass der sich sozusagen aufbaut und weiterentwickelt.

00:39:28: aber schaut ihr Lieben ganz ehrlich hin wo steht Ihr momentan?

00:39:33: Und wie könnt Ihr das aufbauen?

00:39:35: Ja, wie könnt ihr Schritt für Schritt da reingehen?

00:39:37: Weil wenn ich euch jetzt sage, macht bitte jeden Tag Sport.

00:39:40: Und das ist für euch ganz weit weg!

00:39:43: Dann werdet ihr es vielleicht zwei Wochen diszipliniert durchhalten und danach wieder aufgeben.

00:39:49: Es muss eine Art Lebensstil für euch werden.

00:39:52: Es müssen die Dinge sein, die euch Spaß machen Ähnlich wie wir es vorhin mit der inneren Sicherheit gesagt haben, Wir müssen uns selbst die Beweise sozusagen kreieren.

00:40:03: So blöd sich das fast anhört dass uns das gut tut Dass es für uns Sinn macht da rein zu investieren Ja Das brauchen wir als Menschen einfach.

00:40:13: um daran zu bleiben.

00:40:15: Bei Motivation ist ein kurzer Kick so eine kurze Euphorie.

00:40:18: Ich mache das jetzt, aber langfristig muss es eine Routine werden.

00:40:22: Wie die Szene putzen?

00:40:23: Denn ich kann mich nicht jeden Tag fragen soll ich das jetzt machen oder nicht?

00:40:27: macht das Sinn oder nicht?

00:40:28: Das muss in den Alltag übergehen und da dürfen wir alle so ein bisschen unseren Weg finden.

00:40:33: Ja dann stelle uns bitte zum Schluss noch ein Rezept aus.

00:40:36: Also wenn es jemand nach dieser Folge Nicht gleich sein ganzes Leben umbauen möchte Sondern mal quasi sieben Tage lang Eine Sache testen kann soll, welche kleine Veränderung macht den Zustand des eigenen Körpers am besten spürbar?

00:40:55: Das Rezept.

00:41:00: Also mein Rezept und das sage ich tatsächlich oft auch Patientinnen so ist mehr in die Natur Raus.

00:41:07: Geh raus!

00:41:08: Ja, weil es impliziert dass ich mich bewege oder dass sich zumindestens vielleicht irgendwo bin wo grün um mich herum ist.

00:41:15: die natur reguliert uns die natur bringt.

00:41:17: uns sind gerade wieder sehr spannende studien zu raus gekommen wie sehr das unsere gesundheit fördert.

00:41:22: Bewegung in der natur super niederschwellig für die meisten außer wenn wir jetzt vielleicht in großen städten wohnen aber auch da gibt's vielleicht was wer in den park gehen können oder so herausgehen spazieren laufen, atmen.

00:41:37: Kein Podcast dabei auf den Ohren oder Musik wirklich wahrnehmen.

00:41:42: was passiert da?

00:41:43: das ist etwas uns so schnell runter bringen das kostet nichts bis sehr wenig und hat einen riesigen Effekt weil wir dadurch uns selber wieder besser hören weil wir vielleicht auch merken es geht uns besser und die Motivation kommen kann dann auch andere Dinge zu machen.

00:41:57: Und dann darf man aber gerne wieder die Ohrstöpsel rein und zumindest mal unsere podcast folge hören.

00:42:03: Ja klar, da bin ich jetzt von ausgegangen.

00:42:04: Das haben die Leute vorher schon gehört, weil sonst könnten sie das ja gar nicht machen!

00:42:10: Alles klar.

00:42:12: Lieber Jana, vielen Dank!

00:42:14: Du hast so viele Tipps gegeben und ich glaube auch richtig Lust drauf gemacht dass wir ein bisschen in die Regeneration endlich mal reinkommen.

00:42:22: Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Tag heute bestimmt mit Bewegung in der Natur nehme ich jetzt mal an

00:42:29: Ja ich schaue gerade mal auf die Uhr.

00:42:30: jetzt gehe ich tatsächlich nach unserem Tollen, tollen Interview mit diesen tollen Fragen.

00:42:35: Vielen Dank dafür!

00:42:37: Gehe ich ins Fitnessstudio heute zum Trainieren und heute Abend werde ich sicher mit meinen Kindern noch eine große Runde an den See gehen und noch ein bisschen den Sommer genießen.

00:42:46: Oh das klingt schön.

00:42:47: Danke Jana alles Gute weiterhin.

00:42:50: Vielen vielen Dank und dir natürlich auch.

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