#72 Wie operieren Chirurg und Roboter gemeinsam, Prim. Dr. Clemens Wiesinger?

Shownotes

Wer hat die Kontrolle: Mensch oder Maschine?   Ein OP-Saal, ein Chirurg, ein Patient – und ein Roboter. Bei vielen löst dieses Bild sofort Kopfkino aus. Operiert hier wirklich eine Maschine, ganz ohne menschliche Hand? Dabei ist die roboterassistierte Chirurgie längst medizinischer Alltag, ganz besonders in der Urologie. Und sie ist eng mit einem Krankheitsbild verbunden, das viele Männer irgendwann betrifft: Prostatakrebs, die häufigste Krebserkrankung des Mannes.

In dieser Podcastfolge spricht Host Melanie Kashofer mit Prim. Dr. Clemens Wiesinger, Leiter der Abteilung für Urologie sowie des zertifizierten Prostatakrebszentrums am Klinikum Wels-Grieskirchen, über die Da-Vinci-Robotertechnologie, die dort bereits seit 2011 im Einsatz ist. Er zählt international zu den anerkannten Experten für innovative Operationstechniken und Roboterchirurgie und erklärt, wie das System wirklich funktioniert, wer die Kontrolle hat und was das für Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs bedeutet.

In dieser Folge erfährst du:

  • wie das Da-Vinci-System funktioniert und warum am Ende immer der Chirurg die Kontrolle behält
  • warum die Urologie zu den Pionieren der Roboterchirurgie zählt
  • ab welchem Alter Männer zur Vorsorge gehen sollten und welche Rolle der PSA-Wert dabei spielt
  • welche Therapiemöglichkeiten es gibt – von der aktiven Überwachung bis zur Operation
  • welche Vorteile die Roboterchirurgie für Patientinnen und Patienten sowie Operierende bringt
  • wohin die Reise in Zukunft geht: Künstliche Intelligenz, Fernsteuerung und Singleport-Systeme

Diese Episode räumt mit hartnäckigen Mythen rund um Prostatakrebs und Roboterchirurgie auf und macht vor allem eines klar: Ein Vorsorgetermin sollte nicht länger aufgeschoben werden.

Diese Folge enthält bezahlte Inhalte.

MACH ES!gesund versteht sich ausschließlich als Plattform zur allgemeinen Information. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der getätigten Aussagen sind die jeweils eingeladenen Expert:innen verantwortlich. Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch qualifizierte Fachpersonen.

Transkript anzeigen

00:00:02: Mach es gesund!

00:00:04: Dein Podcast für ganzheitliche Gesundheit.

00:00:10: Heute als dein Host Melanie Cashofer Ein OP-Saal, ein Chirurg, ein Patient und ein Roboter.

00:00:22: Bei vielen löst dieses Bild vielleicht etwas Kopfkino aus.

00:00:26: Operiert hier tatsächlich eine Maschine ganz ohne menschliche Hand?

00:00:32: Die roboterassistierte Chirurgie klingt ein bisschen nach Science Fiction, ist aber längst medizinischer Alltag.

00:00:39: Ganz besonders in der Urologie und sie hängt eng zusammen mit einem Krankheitsbild das sehr viele Männer im Laufe ihres Lebens einmal betrifft nämlich Prostaterkrebs die häufigste Krebserkrankung des Mannes.

00:00:53: Wie funktioniert diese Technologie?

00:00:56: Wirklich.

00:00:57: Wer hat die Kontrolle Mensch oder Maschine?

00:01:00: Und was bedeutet das für die Diagnose und für die Behandlung von Prostotter Krebs?

00:01:05: Darüber sprechen wir heute mit einem echten Vorreiter auf diesem Gebiet!

00:01:10: Seit mittlerweile fünfzehn Jahren setzt das Klinikum Welskirchen auf die sogenannte Da Vinci-Roboter-Technologie.

00:01:18: Und das ist somit eine der längsten Erfahrungen in diesem Bereich Österreichweit!

00:01:23: Mein heutiger Gast leitet die Urologie und das zertifizierte Prostatorkrebszentrum am Klinikum Welskrisch Kirchen, gilt als international anerkanter Experte für innovative Operationstechniken und Roboterkiologie.

00:01:38: Herzlich willkommen in unserem Podcast.

00:01:40: Prima Dr.

00:01:41: Clemens Wiesinger.

00:01:43: Herzlichen Dank für die Einladung, ich freue mich sehr hier zu sein!

00:01:45: Wir starten unseren Gesundheitspodcast immer mit einem kurzen Health Check das heißt wir schauen uns an wie es eigentlich um Ihren gesunden Lifestyle bestellt ist.

00:01:59: Mein persönlicher Energie-Kick im Klinikalltag

00:02:03: Das ist tatsächlich, wenn Pionierarbeit oder interprofessionelle Weiterentwicklung funktioniert und sichtbar wird.

00:02:10: Dann gibt es einen Push!

00:02:12: Die beste Investition in meine Gesundheit?

00:02:15: In Bewegung bleiben – das fehlt mir mit meinen zwei kleinen Kindern aktuell nicht sehr schwer.

00:02:21: Mein verlässliches Morgenritual vor einem langen OP-Tag

00:02:25: Ein ausgiebiges und reichhaltiges Frühstück.

00:02:30: Darauf verzichte ich nie, egal wie stressig der Arbeitstag war.

00:02:34: Zeit in meiner Familie abends.

00:02:36: Und wenn ich eine Gesundheitsmaßnahme weltweit verpflichtend machen könnte?

00:02:41: Verpflichtende Vorsorge und regelmäßige Gesundheitschecks.

00:02:54: Herr Dr.

00:02:55: Wiesinger fangen wir gleich mit dem größten Missverständnis an, wenn es um die Roboterchirurgie geht.

00:03:00: Wir sprechen heute über Robotik in der Medizin aber da operiert nicht wirklich ein Roboter alleine oder?

00:03:06: Das ist richtig ja!

00:03:08: Es ist der Chirurg, der operiert, aber er bedient sich eines besonders hochspezialisierten Instruments nämlich den Operationsroboter, der die Bewegungen des Chirurgs übersetzt und mitmacht und entsprechend einen Vorteil in der Chirogie bietet.

00:03:25: Der Winchesystem ist ja im Linnikum Welskriss-Kirchen schon sehr lange im Einsatz.

00:03:29: Wie funktioniert es denn konkret?

00:03:30: Was macht die Maschine, was macht der Kirurg?

00:03:33: Der Kirurg steuerts die Maschinen hat die volle Kontrolle über den Roboter wenn man so will und zwar bedient er die Roboterarme die OP Tisch mit dem Patienten verbunden sind über eine sogenannte Konsole.

00:03:49: das ist eine Steuereinheit wo der Kirug eine dreidimensionale an Sicht geliefert bekommt vom Innenleben des Patienten durch die Kamera, die wir einbringen.

00:04:00: Und mit Joysticks und Fußbetalen werden dann die vier Roboterarme gesteuert.

00:04:08: Er hat da einen Kameram und drei Instrumentenarme zur Verfügung, die dann vom Arzt regelmäßig in Patienten geführt

00:04:19: wird.".

00:04:19: Das sind so die verlängerten Arme quasi diese Joysticks vom Chirurgen?

00:04:23: Ganz genau.

00:04:24: Und die Bewegungen werden skaliert, die Bewegung an den Joysticks werden übertragen auf die Bewegungs der Roboterarme in Patienten.

00:04:34: In welchen Fachbereichen ist es denn allgemein im Einsatz und wo kommt es speziell in der Urologie zum Einsatz?

00:04:41: Die Urologie war insofern Vorreiter auf dem Gebiet, weil wir im menschlichen Körper an Stellen operieren wo wir nicht viel Platz zur Verfügung haben.

00:04:50: Das heißt wir brauchen auf engstem Raum eine optimale Bewegungsfreiheit und genau das bietet der Roboter.

00:04:58: Aber es kommt natürlich auch in der Allgemeinkirurgie, in der Torrex-Kirurgien teilweise auch in HNO oder Gynäkologie zum Einsatz und hat sich dort tatsächlich bewährt.

00:05:10: In der Urologie selber bedienen wir eigentlich das gesamte operative Spektrum im Bauchraum.

00:05:16: Das heißt hauptsächlich Tumor-Kiraugie Dabei in erster Linie Behandlung von Prostatagrebs, aber auch Tumore von Nieren oder Hanleiter- oder Blasentumore die wir mit dieser Methode sehr gut behandeln können.

00:05:35: Weiters haben wir den Roboter auch bei rekonstruktiven Eingriffen im Einsatz.

00:05:41: das heißt wenn durch Engstellen wie zum Beispiel beim Nierenbecken wo der Hahn abfließen sollte eine Verstopfung eine Obstruktion bestehen, dann können wir das auch besonders fein wiederherstellen.

00:05:55: durch die maximale Beweglichkeit und die feine Nahttechnik, die dadurch möglich ist.

00:06:00: Sie zählen zu den Pionieren dieser Technologie in Österreich?

00:06:03: Jetzt haben sie gesagt das System ist schon länger im Einsatz.

00:06:05: was hat sich denn seit den ersten Jahren wo man dieses System im Einsatz hatte geändert?

00:06:10: vielleicht an der Technik oder was sind so ihre eigenen Erfahrungen damit?

00:06:14: also es ist vom Zunächst Neuland klassischer Routine geworden.

00:06:21: Also es ist wirklich im alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken, die Roboterkirurgie ist der Goldstandard in der urologischen Kirurgie.

00:06:30: das ist eine Sache die sich deutlich gewandelt hat.

00:06:33: natürlich die weite Entwicklung was die Präzision der Instrumente betrifft was die Sicht die Darstellung aber auch die Gadgets die wir zusätzlich zur Verfügung haben wie Dreidere Konstruktion im Vorfeld der Operation, die wir implementieren können durch bessere Visualisierung.

00:06:52: Also durch besseres Vorbereiten auf die Operation können wir schon in dem Vorfeld die Tumorlage insbesondere zum Beispiel bei der Nierenchirurgie sichtbar machen und dadurch können wir im Vorfield gedanklich die Operation schon durchspielen und tun uns dann natürlich im wirklichen Eingriff sehr viel leichter.

00:07:13: Dann gibt es auch Fluoreszenstechniken, die sich etabliert haben um Strukturen darzustellen.

00:07:19: Aber natürlich auch der intraoperative Ultraschall.

00:07:22: Das ist eine feine Ultrashallsonde, die verwenden wir auch schon seit zehn Jahren aber jetzt immer wieder in neuerer kleinerer, feinerer besser auflösender Version wo wir über eben diese Hülsen, die Druckare diese Sonde einbringen können und direkt auf das Organ legen können.

00:07:42: So können wir zum Beispiel Nierentumore, die unter der Oberfläche in der Niere wachsen gut darstellen und die Grenzen definieren und dadurch wird auch hier einen Nierenerhalt möglich, wo man noch vor ... der Roboterchirurgie vielleicht die gesamte Nier entfernt hätte.

00:07:58: Sie haben schon gesagt, in der Eurologie operiert man oft an der Brostota mit der Robotokirurgien.

00:08:03: können sie uns vielleicht zum Krankheitsbild allgemein was sagen?

00:08:06: wie häufig ist den Broster der Krebs bei Männern?

00:08:08: Was macht ihn vielleicht so tückisch?

00:08:10: Sie haben es eingangs ja schon erwähnt das ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann und damit betrifft es natürlich wirklich viele Männer.

00:08:21: Die Vielfalt, in der der Broster der Krebs auftreten kann, macht die Sache heimtückisch.

00:08:27: Es gibt in der Behandlung die Bandbreite zwischen Katzinomen, also Krebserkrankungen an der Brosta da, die wir beobachten können, wo wir nicht Gefahr laufen dass der Kreb so rasch weiterwachst das man sofort eine Therapienotwendigkeit hat bis hin zu Bösartigkeiten, die zügig behandelt werden müssen.

00:08:49: Weil auch hier Entstreuungsrisiko besteht.

00:08:52: Das heißt dass der Krebs nicht nur auf die Prosta alleine begrenzt ist sondern auch benachbarte Organsysteme betrifft oder auch den gesamten Körper und das macht die Therapie einerseits vielfältig, weil wir oft mehrere Therapischienen hintereinander einsetzen.

00:09:16: Ob Operation im Anschluss Bestrahlung oder auch medikamentöse Therapien machen dieses Krankheitsbild oft wirklich sehr individuell unterschiedlich.

00:09:27: Sie haben schon über Vorsorgeuntersuchungen gesprochen.

00:09:30: Was würden sie den Ratten?

00:09:31: ab welchen Alter und mit welchen Risikofaktoren sollte man unbedingt zur Vorsorgeuntersuchung gehen?

00:09:37: Eine Richtlinie ist, dass man ab dem fünfundvierzigsten Lebensjahr regelmäßig zur örologischen Vorsorge gehen sollte.

00:09:45: Als wenn in der Familie in erster Linie schon Krankheitsfälle bekannt sind, also Vater oder Bruder dann empfiehlt man sogar schon ab vierzig weil je früher man eine Veränderung bei der Bestimmung des PSA-Werts, das ist ein wichtiges Instrument in der Früherkennung des Bosterdegrebs.

00:10:11: Ein einfacher Bluttest.

00:10:15: Je eher man hier eine Veränderung bemerkt, desto früher kann man reagieren und desto eher kann man dann entsprechende Schritte setzen.

00:10:22: Das ist ja schon Teil der Diagnostik?

00:10:24: Wie sieht denn die moderne Diagnastik heutzutage bei dieser Erkrankung noch aus?

00:10:28: Das ist ein spannendes Thema weil sich auch hier sehr viel.

00:10:33: Wir haben natürlich als Basistiagnostik den PSA-Wert, das Prostator spezifische Antigehen.

00:10:40: Das über eine einfache Blutabnahme bestimmt wird.

00:10:43: Wenn dieser Wert erhöht ist, dann geht man weiter zu einer bildgebenden Methode.

00:10:50: Dann macht man eine Magnetresonanztomographie, ein MR, einem MR untersuchen der Prostata Und hier erhält man dann eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung, wie wahrscheinlich denn eine nicht-gutartige Erkrankung der Prostota vorliegt.

00:11:06: Wenn dieses MR unauffällig ist, wird man weiter in die Vorsorge gehen.

00:11:12: Wenn Auffälligkeiten zu sehen sind, ist letztlich die Probenentnahme von Prostata Gewebe entscheidend unter eindeutige Beweis, ob denn eine gutartige Erkrankung oder eine bösartige erkrankung vorliegt.

00:11:33: Und wenn dann tatsächlich eine Krebserkrankung festgestellt wird muss man natürlich die Aggressivitätversuchungen einzuschätzen und dann entsprechend den gesamten Körper untersuchen oder eine Therapie einleiten oder eine aktive Überwachung.

00:11:54: Was gibt es denn für Therapiemöglichkeiten, wenn wirklich etwas auftaucht bei der Vorsorge von der aktiven Überwachung bis zur Operation?

00:12:01: Was gibt's da für Möglichkeiten?

00:12:04: Wenn wir in der Krebsdiagnose sehen dass es sich um ein sogenanntes Low-Risk-Karzinom also ein niedrig riskantes Gewechs handelt dann besteht die Möglichkeit

00:12:18: das

00:12:18: Gewächs oder das Fortschreiten regelmäßig zu überwachen.

00:12:23: Dazu wird noch einem Jahr eine neuerliche Bildgebene untersuchen gemacht, um dem Vorfeld drei bis sechs Monate die PSA-Werte kontrolliert.

00:12:31: Und sollte sich hier eine steigende Tendenz zeigen würde man frühzeitig neuerlich eine Birbsi durchführen oder man bleibt hier in der Kontrolle.

00:12:43: Wichtig ist das natürlich die aktive Überwachung so geführt wird dass man den Zeitpunkt einer notwendigen Therapie nicht übersieht.

00:12:51: Das heißt, wir wollen zwar so lange wie möglich eine Therapie und mögliche Nebenwirkungen vermeiden aber natürlich trotzdem nicht das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung eingehen.

00:13:06: Und da ist es einerseits wichtig dass der Patient den Untersuchungen treu bleibt.

00:13:11: also die Compliance und Regelmäßigkeit ist ein wesentlicher Faktor dass man sich dann auch bewusst ist, wenn eine Änderung der Tumorbiologie entsteht oder eine Aggressivitätsstufe dazukommt.

00:13:27: Dass man auf eine aktive Therapie schwenkt.

00:13:30: und in der aktiven Therapie ist es so, dass wir bei fitten Männern eine Operation bevorzugen.

00:13:38: Das heißt das ist die totale Entfernung der Prostator.

00:13:42: Alternativ kann man auch eine Bestrahlung durchführen Und wenn der Prostodagrebs im fortgeschriteren Stadium entdeckt wird, das heißt, wenn er nicht mehr nur auf die Prosta begrenzt ist sondern tatsächlich schon mit Tastasen also Absiedelungen in Lymphknoten umliegende Organeknochen oder ähnliches vorliegen.

00:14:06: Dann ist eine oft multimodale Therapie notwendig.

00:14:10: Das heißt wir bedienen uns dann von mehreren Therapien versuchen die Kräfte zu bündeln und den gesamten Körper dann zu behandeln.

00:14:20: Ich habe es eingangs schon gesagt, Sie haben ein eigenes Prostata-Krebszentrum das Sie leiten am Klinikum Welskrisskirchen.

00:14:26: Was ist denn das Besondere an diesem Zentrum?

00:14:29: Und was ist für die Betroffenen wichtig zu wissen wenn sie dorthin kommen?

00:14:33: Also ein Krebszentrum lebt von den Akteuren und des besonderen Wells ist dass wir hier wirklich einen sehr regen interprofessionellen Austausch mit den anderen Berufsgruppen teilen.

00:14:46: Und das ist insofern wichtig, weil der Patient in seiner Gesamtheit aufgefangen werden muss.

00:14:52: Das heißt es ist nicht nur die ärztliche Behandlung Ausschlag geben sondern gehört dazu einerseits die Pflege, die klinische Psychologie dann die onkologischen Kollegen, die Patologen eine Vielzahl von Wir russgruppen die in diesem Zusammenspiel dann den Patienten von der Diagnose bis hin zur Therapie begleiten und auch darüber hinaus sei es in Nachsorge oder in Folgetherapien.

00:15:24: Kommen wir vielleicht noch mal zurück zu Roboter-Kirurgie, was sind denn jetzt die konkreten Vorteile für Patientinnen und Patienten?

00:15:29: Sei es bei der OP selbst oder vielleicht auch bei der Erholung danach?

00:15:36: Minimalinvasivität, also so nennen wir die laparoscopische beziehungsweise robotische Chirurgie.

00:15:43: Das heißt, wir verwenden kleine Einschnitte und durch diese kleinen Einschnitten hat der Patient in der Regel nach dem Eingriff im Vergleich zu früheren Methoden deutlich weniger Schmerzen.

00:15:57: es ist durch die präzise Arbeitsweise im Körper ermöglicht den Blutverlust auf ein Minimum zu reduzieren Und letztlich auch durch den gezielten Einsatz der feinen Instrumente zur Schonung von nervalen Strukturen, also von Körperfunktionen ist es für die Patienten in der Erholung nach ein großer Vorteil dass wir hier robotikerisch arbeiten und somit kann.

00:16:25: Als bestes Beispiel ist immer der Katheterismus.

00:16:29: Nach der Operation haben die Patienten in der Regel einen Katheter, in der Harnblase und er kommt bei uns am vierten Tag nach der Operation heraus und das ist im Vergleich zu früheren Eingriffen unverhältnismäßig geringer.

00:16:46: also da haben wir wirklich große Erfolge erzielt.

00:16:49: als eines der Beispiele

00:16:51: Und wie ist es jetzt für die Menschen, die operieren?

00:16:53: Was sind da die Vor- und Nachteile mit der Oberter Chirurgie?

00:16:56: Es ist einfach wirklich ein schönes Operieren.

00:16:59: Ich darf das als leidenschaftlicher Chirurgen und Urologen sagen... Man lernt die Anatomie von einer ganz anderen Seite kennen durch diese Abtauchung in den Körpern.

00:17:11: Das ist tatsächlich so wenn man den Kopf in die Konsole hält dann verschwindet man quasi im Patienten gedanklich, dass man abgeschirmt und sieht nur das Innenleben.

00:17:22: Und bewegt sich dann in diesem Körper so gezielt und fein, dass es wirklich schön ist da zu arbeiten.

00:17:31: Und natürlich auch die kolportierte physiologischere Haltung des Kerogen wir sitzen dabei und stehen nicht vorgebeugt über dem Tisch – ist ein Vorteil!

00:17:45: Aber man fühlt sich als Geruch auch in der Methode sicherer, weil man weiß, dass man den Patienten damit was Gutes tut und das macht einfach wirklich viel Freude.

00:17:52: Verlernt man dann das direkt zu operieren, wenn man viel mit dem Roboter arbeitet?

00:17:56: Ich glaube sogar, dass wir sehr viel besser lernen, weil die Anatomie einfach viel genauer erkennt und sieht um die Zusammenhänge besser feststellt.

00:18:05: Warum ist es Ihnen denn auch wichtig, dass die Patientinnen und Patienten wirklich sehr gut vorher über den Behandlungsprozess informiert werden, die Operation stattfindet?

00:18:15: Also

00:18:16: wir sind in Wales schon der Meinung, dass je besser der Patient informiert ist, desto leichter er auch dann mit der Erkrankung umgehen kann.

00:18:25: Wenn man als Patient eine solche Krebsdiagnose bekommt, ist man im ersten Moment erschrocken geschockt, gehen einem viele Gedanken durch den Kopf und kann das vielleicht in der ersten Situation nicht fassen.

00:18:36: Da muss es wichtig, dass dann auch in weiteren Gesprächen Fragen die das Umfeld betreffen, Fragen die die Prognose betrefen oder das weitere Vorgehen geklärt werden.

00:18:48: So weit das möglich ist weil wir natürlich die Verläufe den individuellen nicht immer bis zuletzt vorhersehen können.

00:18:56: aber das soll dem Patienten auch einen Fahrplan geben und damit einen Wegweiser bieten.

00:19:06: Sie werden auf dem ganzen Prozess dann auch ganzheitlich unterstützt?

00:19:09: Ja, das beginnt eigentlich schon bei der Diagnose wo man sagt wir können eine kinespsychologische Unterstützung zur Seite stellen.

00:19:16: Wir haben eine selbsthilfe Gruppe etabliert wo sich gleich Betroffene austauschen können Unbeschwerter Ebene, als das in einem Arztgespräch tatsächlich möglich ist.

00:19:31: Das ist uns durchaus bewusst und wir haben auch in der Pflege spezialisierte Kräfte die dann nach Therapien was Kontinents- oder Sexualfunktionen betrifft Hilfestellungen leisten können.

00:19:46: und das sind teilweise Tabuthemen beziehungsweise für die Patienten schwierig.

00:19:55: darüber zu sprechen oder überwinden und diese Angst zu nehmen funktioniert nur mit maximaler Information, wenn der Patient das auch möchte.

00:20:05: Wie sicher ist denn das Verfahren mit dem Roboter?

00:20:08: Hatten Sie da vielleicht Anfangs auch irgendwelche Bedenken als Sie die Methode zum ersten Mal eingesetzt haben?

00:20:14: Je öfter man das macht, desto sicherer wird man.

00:20:17: Und es gab ja schon Vor-Erfahrungen die Machbarkeit und die Wirksamkeit und auch die gefahrlose Machbarigkeit belegt haben.

00:20:26: Das heißt da haben wir in Wels eigentlich keine Berührungsängste gehabt und wir sehen auch dass ist die sicheste Methode ist und die Abläufe sind so standardisiert mit Sicherheitsprotokollen hinterlegt da die maximale Sicherheit gewährleistet ist.

00:20:48: Wie wird denn der Roboter generell in den Klinikalltag integriert?

00:20:51: Lassen sich damit auch dann Prozesse optimieren, Wartezeiten reduzieren, Ressourcen vielleicht freispielen, die man sonst nicht hätte?

00:20:58: Auf jeden Fall!

00:21:00: Wir haben gerade heuer versucht, die Prozese im Ablauf in der Robotakürogie tatsächlich zu verbessern um auch Wartezäten... zu reduzieren und zu verkürzen, weil wir wissen das Wartezeiten gerade auf onkologische Eingriffe also Eingriff für die Krebserkrankungen betreffen.

00:21:20: Für die Patienten besonders belastend sind und da zählt eigentlich jeder Tag.

00:21:27: Daher haben wir in der Roboterkirurgie die Prozesse so standardisiert, dass wir mehr Patienten versorgen können.

00:21:37: Und das beginnt aber nicht nur im OP beim Operieren durch den Roboter sondern es beginnt schon im gesamten Prozess von der Aufnahme des Patienten über den Weg in den OP und in die Schleuse zum Anästhesisten auf dem Tisch zum Roboter und den gleichen Weg über den Aufauchraum wieder zurück.

00:21:56: Und da gibt es sehr viele Stellschrauben, die man drehen kann.

00:22:00: Die Roboter-Kirurgie ist für uns auch so inzwischen geworden, dass wir dort beträchtlich schneller sind als früher offenkirurgisch.

00:22:08: Ich stelle mir vor, dass dann schon das ganze Personal ja gut eingebunden sein muss – auch die Pflege wahrscheinlich?

00:22:13: Ja, auf jeden Fall!

00:22:15: Also der Weg zum Erfolg läuft da über die gemeinsame... Abstimmung, die interprofessionelle.

00:22:23: Und da sind sehr viele Berufsgruppen beteiligt.

00:22:27: Wenn wir jetzt ein paar Jahre in die Zukunft blicken, wohin geht denn die Reise?

00:22:30: In der Roboterkirurgie – was werden vielleicht noch neue Entwicklungen sein?

00:22:34: und denken Sie wie wird sich das Ganze weiterentwickeln?

00:22:37: Es wird sich sehr rasant weiter entwickeln und es wird eine Freude sein zu sehen wie uns die Technik in der Therapie unterstützen kann.

00:22:45: Wir haben auch jetzt schon ebbsfuhr erwähnt, diese drei D-Rekonstruktionen implementiert.

00:22:50: Es wird die KI eine Rolle spielen und es wird da in der Diagnostik Hilfestellungen geben wie wir rasch zu einer Therapie kommen und Wege abkürzen können.

00:23:05: Es werden sich die Instrumente weiter verkleinern und verfeinern.

00:23:09: Es werde sich vielleicht vom Zugangsweg etwas ändern neben den Multi-Port Single Port Systeme, wo dann nur mehr Einzugang genutzt wird über die mehrere Instrumente eingebracht werden.

00:23:24: Da ist eigentlich der Fantasie keine Grenze

00:23:28: gesetzt.".

00:23:29: Nach einer Rückfrage ist es auch möglich das von wo ganz anders zu steuern.

00:23:32: also muss man im selben Raum sitzen oder kann da auch ein Chirurg in Amerika?

00:23:36: die Konsole bedienen?

00:23:38: Inzwischen ist es tatsächlich möglich und es ist noch nicht im Routinebetrieb im Einsatz.

00:23:44: Es ist machbar, das wurde schon bewiesen und ich glaube dass das gerade in der Ausbildung oder in der Spezialisierung eine wichtige Rolle spielen wird weil man sich Know-how jederzeit zuholen kann.

00:23:56: Ich habe Ihnen ein paar Mythen mitgebracht diese Runde um das Thema kursieren und Sie sagen mir einfach stimmt das oder nicht?

00:24:03: und warum oder warum nicht Der Faktencheck, Fakt oder Fake

00:24:09: Gesundheitsmythen?

00:24:11: Aufgedeckt.

00:24:15: Prostatagrebs ist gut behandelbar und verursacht im Frühstadium spürbare Beschwerden.

00:24:21: Ersteres ist richtig wenn man früh draufkommt.

00:24:26: Beschwerde verursach der Prostadagrebes in den Frühstadium nicht.

00:24:31: Das heißt da ist wieder die Vorsorge gefragt weil ... Die Patienten, die wir betreuen oft überrascht sind das etwas vorliegt weil sie eben keine Beschwerden haben.

00:24:40: Ab welchen Stadium oder zu welchem Zeitpunkt würde man den Beschwerdenspüren?

00:24:44: Es sind meist fortgeschrittene Stadien wo andere Organsysteme zum Beispiel beteiligt sind wo dann Knochenschmerzen auftreten oder wenn lokal das Wachstum sehr stark fortgeschritten ist dass dann Beschwerde bei der Miktion also beim Wasser lassen auftauchen die einfach dann zu Schmerzen oder Ständigen H-Antragen führen.

00:25:07: Roboterkirurgie lohnt sich nur bei besonders komplizierten Eingriffen?

00:25:11: Roboterkerogie lohnen sich immer, es ist tatsächlich so dass die Vorteile unabhängig von der Komplexität des Eingriffs zu sehen sind.

00:25:22: Fakt ist der Patient wird früher fit und gerade bei komplexen Einggriffen hat man natürlich durch die maximale Beweglichkeit einen weiteren Vorteil.

00:25:34: Aber grundlegend ist die Robotik-Hörgier immer lohnt.

00:25:38: Die OP mit dem Roboter, ist riskanter als eine klassische Operation?

00:25:42: Nein!

00:25:43: Klarer Antwort!

00:25:46: Man kann es nicht anders beschreiben.

00:25:48: Wir haben sie besprochen.

00:25:50: Es sind viele Vorteile, Klar, für die Roboter-Kirurgie sprechen.

00:25:55: Wenn machbar!

00:25:55: Die offene Kirurgie hat ihren Stellenwert definitiv.

00:25:59: gerade bei ausgedehnten Gewächsen, die man vielleicht vom Platz her gar nicht minimalinvasiv operieren kann und auch im Traumasetting also bei Unfällen oder akuten großen Blutungen gibt es natürlich den offenen Zugangsweg weiter.

00:26:16: der hat tatsächlich seinen wichtigen Stellenwert.

00:26:19: Aber mit der Sicherheit her gibt es keine Diskussion, ob die Roboterchirurgie weniger sicher ist oder nicht.

00:26:28: Und irgendwann in Zukunft wird der Roboter ganz allein operieren?

00:26:34: Vielleicht ja!

00:26:35: Es gibt schon einfache Eingriffe, die tatsächlich vom Roboter ein Tag gemacht werden können im experimentellen Setting.

00:26:42: Das hat klinisch noch keinen Einzug gehalten.

00:26:45: Wobei ... die Überwachung durch den Menschen aufgrund der Vielfalt der anatomischen Gegebenheiten sicher auch weiterhin Standard sein wird.

00:26:56: Und ganz zum Abschluss haben wir immer unser Rezept, das wir uns wünschen von unseren Interview-Gästen weil wenn man zum Arzt geht bekommt man das verschrieben.

00:27:03: was werden so ihr Rezept an unsere Hörerinnen und Hörern vor allem an die Männer die vielleicht in Vorsorgetermin beim Urologen bislang aufgeschoben haben?

00:27:12: Das Rezept

00:27:17: sich bewusst zu machen, dass man primär nicht als Patient zum Urologen geht sondern als gesunder Mann der seine Gesundheit auch wirklich ernst nimmt und verantwortungsvoll damit umgeht.

00:27:29: Vielen Dank Dr.

00:27:30: Wiesinger für die spannenden Einblicke und für die Zukunft!

00:27:33: Für den Rob for the Roboticalogy alles Gute!

00:27:35: Herzlichen Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.