#56 Wie entscheiden wir uns glücklich, Verena Utikal?
Shownotes
Glück ist kein Zufall 20.000 Entscheidungen pro Tag. 95 Prozent davon treffen wir, ohne es zu merken. Und genau da – in diesem blinden Fleck – liegt der Unterschied zwischen einem Leben, das sich richtig anfühlt, und einem, das sich einfach so ergibt.
Verena Utikal ist Entscheidungswissenschaftlerin. Sie forscht, berät, coacht – und hat jetzt ein Buch geschrieben: Entscheide dich glücklich. Darin zeigt sie, dass es nicht die großen Lebenswenden sind, die uns prägen. Sondern die kleinen, stillen Momente. Die, die wir kaum wahrnehmen.
Diese Folge ist der beste Beweis dafür: Glück ist kein Persönlichkeitsmerkmal. Es ist eine Entscheidung. Wieder und wieder. Und man kann lernen, sie bewusster zu treffen.
Das nehmen wir mit aus dieser Folge:
- Warum schnelle Entscheidungen uns oft glücklicher machen als langes Abwägen
- Warum wir in Jobs und Beziehungen bleiben, die uns nicht mehr guttun
- Wie der Bestätigungsfehler uns in unseren eigenen Glaubenssätzen gefangen hält
- Was tun, wen man nicht weiterkommt: die Sechs-Hüte-Methode
- Warum Veränderung keine Frage von Disziplin ist, sondern von Umgebung
MACH ES!gesund versteht sich ausschließlich als Plattform zur allgemeinen Information. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der getätigten Aussagen sind die jeweils eingeladenen Expert:innen verantwortlich. Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch qualifizierte Fachpersonen.
Transkript anzeigen
00:00:02: Mach es gesund!
00:00:04: Dein Podcast für ganzheitliche Gesundheit.
00:00:10: Heute als dein Host
00:00:12: Susanna Winkelhofer.
00:00:16: Die schlechte Nachricht zuerst, Glück kann man nicht einfach kaufen.
00:00:20: Glück ist auch nichts das man einfach so findet.
00:00:23: Die gute Nachricht, Glück wächst aus den kleinen Entscheidungen die wir jeden Tag treffen.
00:00:30: soll also heißen Glück ist kein Zufall.
00:00:32: Wir haben es durchaus selbst in der Hand.
00:00:35: Und wie wir's in die Hand nehmen können, dass erfahren wir heute von Dr.
00:00:39: Verena Utikal.
00:00:41: Sie ist Entscheidungswissenschaftlerin und Expertin für Verhalten & Change!
00:00:47: Und sie ist überzeugt nicht die großen Wendepunkte bestimmen wer wir sind sondern die vielen unscheinbaren Momente in unserem Alltag.
00:00:56: Und sie zeigt uns heute wie diese stillen, oft unbewussten Entscheidungen unser Leben lenken.
00:01:02: Wie wir lernen können Sie bewusst zu gestalten und alte Muster zudurch brechen.
00:01:08: dazu hat sie auch ein Buch geschrieben.
00:01:10: entscheide dich glücklich heißt es.
00:01:13: und liebe Frau Dr.
00:01:14: Uthikal ich bin sehr froh dass Sie sich heute dafür entschieden haben sich jetzt Zeit für uns zu nehmen.
00:01:19: herzlich willkommen in unserem Podcast.
00:01:22: Hallo vielen Dank für die Einladung freut mich sehr
00:01:25: Sehr gerne.
00:01:26: Wir machen immer am Anfang einen kleinen Help-Check und bei dir, wo es ja doch um Entscheidungen heute geht sind es lauter Entscheidungsfragen.
00:01:33: einfach ganz kurz spontan bitte antworten.
00:01:44: Kaffee oder Tee?
00:01:46: Morgens Kaffees den restlichen Tag Tee
00:01:48: auch oder Kopf.
00:01:49: wem vertrauen Sie mehr bei Entscheidungen?
00:01:53: Der Kombination aus beiden da gibt's kein entweder.
00:01:55: oder da müssen beide an Bord sein.
00:01:57: Münze werfen oder ewig abwägen?
00:01:59: Tatsächlich weder noch, also ich werfe keine Münze.
00:02:04: Ich wälge aber auch nicht ewigab.
00:02:06: Ich glaube, ich werf eine innerliche Münze wenn es wirklich nicht anders zu lösen ist.
00:02:12: Aber normalerweise bin ich sehr entscheidungsfreudig.
00:02:14: Weder lange abwähgen noch Zufall entscheiden lassen kann das ganz gut.
00:02:20: Ihr Wohnhalt
00:02:21: oder Neuanfang?
00:02:24: Neuan fang großer Fan.
00:02:26: Sicherheit oder Freiheit?
00:02:28: Sicherheit.
00:02:29: Intervallfasten, drei Mahlzeiten?
00:02:32: Fünf-Mahlzeiten.
00:02:33: Cool!
00:02:35: Und zum Schluss morgenmensch oder Nachtäule?
00:02:38: Weder noch – ich bin immer schrecklich müde morgens und abends.
00:02:42: Ich weiß nicht was das für ein Tier ist... Mein Peak ist eher Vormittag-Nachmittag.
00:02:48: Da hab ich mein volles Potenzial, aber morgens und abends beides eher Medium leider.
00:02:55: Später Nachmittag.
00:02:55: passt das jetzt gut oder?
00:02:57: Wunderbar!
00:02:58: Also alles zwischen neun und siebzehn Uhr.
00:03:01: So Kernarbeitszeit.
00:03:02: Ich bin eine super Angangstellte glaube ich.
00:03:18: Die Entscheidungen Buch zu schreiben haben Sie ja eigentlich schon in Ihrer Schulzeit getroffen.
00:03:23: umgesetzt haben sie es jetzt dreißig Jahre später.
00:03:27: Was war denn das so?
00:03:27: der Moment, in dem quasi aus dem Wollen ein tun wurde?
00:03:32: Ich
00:03:33: habe vor zwei Jahren ungefähr hatte ich einen Monat relativ viel Zeit.
00:03:43: Ich hatte einen freiberuflichen Vertrag und hatte aber tatsächlich unter der Woche ziemlich viel Zeit und hab dann gedacht, so jetzt ist der richtige Moment!
00:03:51: Jetzt schreibst du dein Buch.
00:03:53: Da habe ich eine totale Struktur mir ausgedacht.
00:03:54: Ich hab gedacht, so Montag immer von neun bis zwölf und Dienstag auch vom neun- bis zwelfen.
00:04:00: Mittwoch darfst du frei haben.
00:04:02: Und Donnerstag schreibts damit aber noch ein Neun bis Zwölf.
00:04:04: Also ich habe das total durchgedacht alles geplant und hatte überhaupt nicht funktioniert also nichts.
00:04:09: Ja, ich habe mich noch nicht mal... Ich habe mich hingesetzt und dann kam nix.
00:04:13: War natürlich die Voraussetzung und überhaupt nicht gestimmt haben.
00:04:15: Ich wusste ja noch nicht mehr worüber schreibe ich und wer will es überhaupt lesen?
00:04:20: Wie geht schreiben überhaupt!
00:04:22: Das heißt, da habe ich mit der völlig falschen Sache angefangen.
00:04:25: Und dann habe ich das wieder aufgegeben und habe durch viele schöne Zufälle die Hausaufgaben gemacht.
00:04:35: Ich hatte einen Podcast über den ganz viele Themen überhaupt mir eröffnet wurden und wo ich gemerkt habe, worüber ich Lust hätte zu schreiben.
00:04:45: Ich habe viele Seminare gegeben zur Entscheidung Fragen und viel gecoached.
00:04:52: Und natürlich dadurch kam auch viele Themen überhaupt greifbarer dazu, und dann hat sich das Riesenglück dass der Podcast von Brandstädter Verlag gehört wurde und die mich angefragt haben ob ich dieses Buch schreiben möchte?
00:05:06: Das ist natürlich der Riesenglückskriff gewesen, dass da jemand war, der mir auf meine Finger geschaut hat und nach Texten gefragt hat und eingefordert hat also diese soziale Komponente dieses gemeinsame Buch zu schreiben, das hat dann letztendlich den finalen Kick gegeben.
00:05:25: Diese Lücke zwischen wollen und tun, die kennen wir ja alle sehr gut, die einen mehr, die anderen weniger.
00:05:32: Wo liegt denn da jetzt der echte Grund dafür dass diese Lücke oft so riesig ist?
00:05:37: Was braucht denn eine Entscheidung damit sie tatsächlich zur Umsetzung wird?
00:05:42: Braucht du doch manchmal auch ein bisschen dieses Zufallsglück wie es jetzt bei dir vielleicht.
00:05:47: Jetzt bin ich schon per du, Entschuldigung.
00:05:50: Ja klar!
00:05:50: Alles gut?
00:05:51: Das machen wir so seiner.
00:05:52: Per du ist eh besser.
00:05:53: Okay, das hätten
00:05:55: wir sonst vorher abgeklärt.
00:05:57: Es tut mir leid.
00:06:00: Wir haben es im Vorgespräch einfach schon gut verstanden genau.
00:06:03: Also was braucht's?
00:06:06: Bei mir war jetzt ein Glück ja dass da verschiedene Komponenten dazugekommen sind.
00:06:10: aber wenn man genauer hinschaut hat dieses Glück auch eine Dimension also zum Beispiel die soziale Dimension dass jemand interessiert ist an dem, was ich da tue und ich nicht blind oder ohne Echo vor mich hingeschrieben habe.
00:06:25: Also das ist etwas, was man sehr gut nutzen kann auch in anderen Bereichen wenn ich eigentlich denke, ich möchte gern Sport machen aber bürderweise gehe ich nie los ins Fitnessstudio obwohl ich einen Vertrag gemacht hab umwohl ich mir neue Schuhe gekauft habe und ein schönes neues T-Shirt.
00:06:41: Ich gehe nicht los.
00:06:42: Man kann auch der Grund sein, dass ich jemanden brauche, der mich da auf eine
00:06:45: Art
00:06:46: begleitet oder ja vielleicht sogar auch kontrolliert.
00:06:49: Also so ein Versprechen sich gegenseitig zu geben, kann ja total helfen in die Aktion zu kommen und das war in meinem Fall genauso.
00:06:58: Da war auf einmal jemand, der hat nachgefragt oder zumindest musste ich dem sagen.
00:07:03: heute kommt übrigens kein neues Kapitel.
00:07:07: sich da also selber in ein Versprechen zu gehen, kann helfen dass man den Weg weitergeht.
00:07:15: Den man eigentlich kognitiv oder mit dem Kopf schon entschieden hat.
00:07:20: aber ja die Gewohnheiten folgen nicht.
00:07:24: wir sind immer noch in der Gewohnheit ich schreibe kein Buch Ich gehe nicht im Fitnessstudio und um diese neue Gewohnheits zu etablieren brauchen wir oft ein paar Tricks
00:07:34: Und um diese Tricks geht's heute.
00:07:36: Vorweg würde ich dir gerne noch fragen, es gibt ja Menschen die sagen oder behaupten, na' ich bin so ein Pechvogel!
00:07:42: Mir passiert nie irgendwas Gutes.
00:07:45: und dann gibts aber auch welche, die sagen ja irgendwie ich bin ein totales Glückskind mir fliegt das Glück nur so zu.
00:07:51: also inwiefern ist uns denn das Glück vielleicht an Spurwald in die Wiege gelegt?
00:07:58: Inwiefern eben nicht?
00:08:01: Es ist alles eine Frage der Perspektive.
00:08:04: Ich hatte vor ein paar Wochen eine Lesung in Wien, da kamen nach der Lesung einige Zuhörerinnen zu mir um das Buch signieren zu lassen.
00:08:14: und ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Leserin die zu mir sagte wissen Sie?
00:08:19: Ich treffe immer die falschen Entscheidungen.
00:08:24: Ja, das war so nett.
00:08:26: Weil ich hab das dann später meiner Tochter erzählt und sie meinte Mama bist doch ganz einfach da musst du immer nur das andere machen bis es total leicht
00:08:33: ist zu lösen.
00:08:34: ja Und ich fand aber auch eine andere Art noch so net weil oder ja so traurig auch für diese für die Person Dass die dadurch den Blick auf etwas ganz spezielles richtet.
00:08:45: Die macht auch gute Entscheidungen.
00:08:46: natürlich trifft ihr auch gute entscheidung Aber die zählt sie nicht.
00:08:50: Es gibt hier diesen Bruch, den sich viele Kinder ins Poesiealbum geschrieben haben.
00:08:55: Früher mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heiteren Stunden nur.
00:09:00: Vielleicht kennst du das noch vom Alter Spruch?
00:09:03: Und das ist genau die Sache!
00:09:04: Leute, die glücklich sind, die zählen das Glück und Leute, Jeder ist mal glücklich und jeder ist mal unglücklich.
00:09:14: Aber das, was man zulässt in seine persönliche Lebensstatistik, ja?
00:09:19: Das, was ich mir abends überlege... Wie ging's mir heute?
00:09:23: Das macht es dann letztendlich aus wie wir uns lang beziehungsweise mittelfristig fühlen.
00:09:28: Also wenn ich nur sehe, oh, hätte wieder keinen Parkplatz bekommen!
00:09:32: Die Milch war alle
00:09:33: ...
00:09:35: Und wieder mit meinem Sohn gestritten.
00:09:37: Ja, da gehe ich ins Bett und denke mir Ich bin ein unglücklicher Mensch, läuft nicht.
00:09:41: Ich kann einfach genauso gut denken.
00:09:43: Heute hat die Sonne geschehen, super!
00:09:47: Heute hat meine Tochter ganz von alleine ihre Hausaufgaben gemacht und ich habe heute Abend was Leckeres gegessen.
00:09:54: Ist der gleiche Tag oder der Fokus ist ein anderer?
00:09:58: In der Wissenschaft hat das einen sehr schönen Namen, was wir da häufig tun.
00:10:03: Das ist die Bestätigung, die wir suchen für eine Grundannahme.
00:10:08: Also wenn ich Annahme annehme, ich bin unglücklich, dann suche ich nur nach Evidenz also nach Bestätigung, nach Beispielen die das bestätigen.
00:10:18: Natürlich bin ich unglücklich weil der Parkplatz war wieder nicht da und natürlich bin ich um glücklich Weil ja und so weiter.
00:10:24: aber wenn ich mit der Grundannahmerein gehe mir geht es gut Dann sehe auch eher Dinge wie gut sind Und das macht Für mich den großen Unterschied aus.
00:10:34: Ist ja schon so ein bisschen der erste Trick, dass man diesen Blickwinkel mal ändert ganz bewusst und immer wieder?
00:10:41: Ja genau richtig!
00:10:42: Das ist ein ganz wichtiger Trick, der nicht nur in meinem Buch steht sondern tatsächlich gut evaluiert ist.
00:10:49: In der positivem Psychologie wird das häufig auch... empfohlen und ist auch tatsächlich etwas, was gut erforscht ist.
00:10:58: Es gibt ja ganz nette Methoden wie man das auch in seinen Alltag integrieren kann zum Beispiel mit kleinen Knöpfen oder mit kleinen ungekochten Kichererbsen.
00:11:08: Das sollten Ungekochte sein weil die kommen in die rechte Hosentasche oder die rechten Jackentaschen.
00:11:14: Und immer wenn wir was Schönes sehen irgendwas was uns gut gefallen hat was uns Gut getan hat Nehmen wir diesen Schatz diesen Knopf dieses Kicher Erbs und machen es auf die andere Seite Tasche.
00:11:25: Und dann fühlen sich diese linke Seite über den Tag und irgendwann haben wir da nicht nur eine volle Tasche mit vollerschönern Glücksmomenten, sondern irgendwann automatisiert sich das.
00:11:40: und es ist nicht nur dass wenn die Kichererbsen brauchen um diese Momente zu enttarnen, aber irgendwann merken wir ah das ist so ein Moment wo ich jetzt nicht eine Kirchererbse hätte, dann würde ich sie darüber tun.
00:11:51: Und damit sammeln wir schon während des Tages eine viel größere Aufmerksamkeit dafür, was uns gut tut.
00:12:00: Was uns glücklich macht und wir gehen abends dann mit auch einem viel besseren Gefühlsbett.
00:12:05: Das ist schon erzählt von der Dame bei der Lesung die sagt sie trifft immer die falschen Entscheidungen.
00:12:11: Entscheidungen treffen wir hier so viele du erzählst es auch im Buch.
00:12:15: Es sind zwanzigtausend Entscheidungen pro Tag Und ninety-fünf Prozent von diesen Entscheidungen treffen wir unbewusst.
00:12:23: Also, wie können wir hier denn eigentlich eingreifen?
00:12:26: Wenn das Entscheidungen sind, die wir gar nicht bewusst treffen... Wie kommen wir denn da in die Veränderung, also, wie kommen wir ins Unterbewusstcenter rein?
00:12:36: Ja!
00:12:36: Es ist mega schwierig.
00:12:38: Das ist ja etwas was mir oft gar nicht bewusst mitbekommen.
00:12:41: Deswegen sind es ja unbewusste Entscheidungen.
00:12:44: Also ganz wichtig ist erst mal die Erkenntnis.
00:12:47: Wir treffen wahnsinnig viele Entscheidungen, die wir gar nicht wirklich mitbekommen.
00:12:53: Das fängt ja morgens schon an.
00:12:54: Stehen auf ist eine Entscheidung, könnten noch liegen bleiben.
00:12:57: Wir gehen ins Bad ist ne Entscheidung, können auch direkt in die Küche gehen.
00:13:01: Wir putzen Zähne, könnten war auch lassen.
00:13:03: Also es sind wirklich bis wie am Frühstückstisch sitzen schon wahrscheinlich hunderte Entscheidungen getroffen worden.
00:13:10: und das ist auch gut so weil wenn mir das alles jeden Morgen wirklich bewusst entscheiden würden Könnten wir uns zehn Minuten später ja schon wieder hinlegen.
00:13:19: Wir werden ja völlig kaputt entscheiden ist anstrengend, deswegen ist es gut dass wir diese Automatismen haben.
00:13:26: Wir sollten aber eben erstens wissen das wir sie haben und zweitens überlegen treiben die uns in die richtige Richtung.
00:13:35: Dass wir solche Automatismen solche Regeln jeden Morgen wenn ich aufstehe gehe als erstes ins Bad, dass wir so was haben wunderbar Aber darüber nachzudenken, muss diese Regel so sein?
00:13:52: Macht mich diese Regel glücklich und bringt mir diese Regel meinem Ziel, dass ich vielleicht habe näher oder entfernt nicht das Leben.
00:14:00: Beispiel also wenn mein Lebensziel eigentlich ist... Ich möchte wild- und abenteuerlich sein!
00:14:07: Ja, ich möchte viele Erfahrungen machen aber meine grundsätzliche unbewusste Entscheidung ist immer, ich mache lieber das was ich kenne.
00:14:15: Dann wird es schwierig.
00:14:18: Grundsätzlich ist ein Automatismen gar nichts verkehrt, wie brauchen wir?
00:14:22: Das ist schön.
00:14:23: Wir sind arbeitserleichter und energisch sparen, zeitsparend toll.
00:14:28: aber wir sollten uns überlegen Sind die mit dem ziel dass wir haben in unseren oder bedehen vielen unserem lebenden eigentlich kompatibel?
00:14:38: Und dafür kann man mal genauer hinschauen was entscheide ich da eigentlich alles immer so automatisch Und ganz gut funktioniert es, diese unbewussten Automatismen auf die Spur zu kommen in den Momenten wo sie eben gerade nicht mit unserem kognitiven oder unseren Bewusstsein gleich in die gleiche Richtung gehen.
00:15:08: Also das kennt bestimmt jeder, dieses Gefühl irgendwas stimmt echt!
00:15:14: Irgendwas stimmt doch nicht.
00:15:15: Also komisch jetzt, ich hab mich doch entschieden aber ich mach was anderes Komisch.
00:15:20: und da mal hinzuschauen Was sagt der Kopf?
00:15:24: Was sagt er Bauch?
00:15:25: Bauch im Grunde als Synonym für Automatismus Und bauch finde ich es häufig so ein Gefühl Wie als wäre eine Option irgendwie spannender glänzender Heller.
00:15:39: So dann mal zu überlegen was genau macht die option jetzt gerade heller?
00:15:43: ist das Weil alle anderen diese Option wählen.
00:15:47: Ist es, weil die günstiger ist in irgendeiner Variante von zeitlich günstig, finanziell günstige und so weiter?
00:15:56: Ist das was ich kenne und was deswegen attraktiv wirkt, weil da keine Gefahr davon ausgeht?
00:16:03: Ist es etwas... Was ich gestern auch schon gemacht habe und sich deswegen heute genauso gut anfühlt?
00:16:11: Oder ist das etwas, was jemand mir gesagt hat, dass ich machen soll?
00:16:15: Auch diese Optionen sind dann häufig etwas leuchtender.
00:16:18: Weil ich einen Rat bekommen habe.
00:16:20: Und so kann man sich langsam ran tasten und einfach mal rauszufinden welche wir sagen Heuristiken, welche Regeln wenden wir da eigentlich unbewusst an um zu Entscheidungen zu kommen.
00:16:31: Ist
00:16:32: es schwierig dahinterzukommen?
00:16:33: braucht man vielleicht auch manchmal die Reflexion mit jemand anderem?
00:16:38: oder ist es schon was, was einem dann, wenn man sich mal die Zeit nimmt doch einfällt?
00:16:43: Zeit braucht man.
00:16:44: Ja, ein Buch ist auch nicht schlecht!
00:16:47: Da sind manchmal ganz gute Tipps drin wie man davor gehen kann.
00:16:51: aber im Grunde ist Zeit schon ein wesentlicher Faktor.
00:16:56: einfach sich überhaupt mal zu überlegen Was will ich ja?
00:16:59: Was sind denn eigentlich meine Ziele und wo torpediere ich sie?
00:17:05: Also das ist ganz wichtig da einfach mal genauer hinzuschauen, weil es natürlich nicht einfach klar sichtbar ist.
00:17:14: Wir müssen uns die Zeit nehmen ums dann ein bisschen selber auf die Schläche zu kommen.
00:17:17: So eine Art Selbsttherapie vielleicht.
00:17:19: Verenaes gibt ja Menschen die irgendwie ewig analysieren so diese Pro- und Kontralisten führen bis sie eine Entscheidung treffen und dann gibt's andere die einfach mal machen was jetzt sehr gut zu unserem Podcast passt, mache es.
00:17:34: Aber was sagt denn da eigentlich die Forschung?
00:17:37: Wer entscheidet am Ende besser?
00:17:39: Besser ist natürlich eine schwierige Kategorie.
00:17:45: Wer ist glücklicher würde ich vielleicht fragen auch so in Anlehnungen an das Buch und da gibt's eine sehr schöne Studie die Menschen beobachtet hat oder in bestimmten Settings, wo sie sich entscheiden sollten.
00:18:04: Und dann am nächsten Tag geguckt haben, revidieren die die Entscheidung.
00:18:07: also kommen die und sagen ich habe mich um entschieden Ich will es doch anders.
00:18:11: ja und Leute die sehr die länger nachdenken Da denkt man ja eigentlich die Handels von allen Seiten dann gut durchdacht Die müssten doch jetzt eigentlich zu einer sehr schlüssigen für sie akzeptablen Entscheidungen gekommen sein.
00:18:28: Trotzdem sind diejenigen, die mehr nachgedacht haben, mehr Zeit hatten, die jenigen, die häufiger revidieren wollen.
00:18:36: Also das ist ganz interessant!
00:18:38: Also es nicht intrinsisch bin jemand der lange nachdenkt versus ich bin jemand, der schnell denkt sondern durchs Experiment vorgegeben hatte er mehr zeit oder hatte weniger Zeit.
00:18:49: und einfach durch das längere Nachdenken so erklärt man sich das kommen den Leuten mehr Optionen in den Sinn.
00:18:57: Und mehr Option, auch das zeigen andere Studien, bedeuten dass es mehr Gründe gibt zu bereuen weil ich hätte ja auch das machen können und das auch.
00:19:08: Das heißt diese kurzfristigen schnellen Entscheidungen scheinen zumindest durchschnittlich die zu sein wie die Menschen tatsächlich weniger zurücknehmen wollen.
00:19:17: und wenn wir davon ausgehen Ich will das zurücknehmen, weil ich damit nicht zufrieden bin.
00:19:21: Dann scheinen tatsächlich die schnellen Entscheidungen, die glücklich machen darin zu sein.
00:19:26: Und
00:19:26: du schreibst ja dass Veränderung keine Frage von Disziplin ist sondern von den richtigen Bedingungen?
00:19:33: Was bedeutet es konkret?
00:19:34: wie?
00:19:35: wie schaffe ich diese Bedingung für mich?
00:19:37: Ich würde Disziplinen jetzt nicht ganz ausnehmen.
00:19:39: Ja also tatsächlich wenn ich ein Ziel habe dann muss ich natürlich dran bleiben.
00:19:45: Ganz ohne Diszipling wird's nicht gehen.
00:19:49: Aber ich kann mir natürlich versuchen diesen Weg dorthin so leicht wie möglich zu machen, sodass ich nicht so viel Disziplin brauche.
00:19:58: Also so würde ich das formulieren.
00:20:02: also nehm mal an Susanna du hast Schokolade auf deinem Tisch liegen und dein Ziel ist aber du willst weniger Süßes essen ziemlich schwierig, wenn die immer in deinem Sichtfeld ist.
00:20:13: Du brauchst wahnsinnig viel Disziplin um diese Schokolade nicht zu essen.
00:20:18: Also für mich tatsächlich fast unschaffbar!
00:20:21: So... Wenn du aber dir vorab Rahmenbedingungen setzt, wo du gar keine Disziplinen brauchst, nämlich zum Beispiel du hast keine Schokoladen auf deinem Tisch vielleicht noch nicht mal im Haus.
00:20:34: Dann brauchst du natürlich auch keine Disziplinien.
00:20:37: Das heißt sich vorab zu überlegen, wie kann ich mich selbst in eine Umgebung bringen?
00:20:45: Wie kann ich meine Umgebungen gestalten so dass sich viel weniger Disziplin brauche.
00:20:51: Weil Disziplinkost ist natürlich auch unheimlich viel Kraft immer zu widerstehen.
00:20:56: Wahnsinn!
00:20:57: Das muss ich dir kurz erzählen.
00:20:58: Ich war letzte Woche auf einer Fortbildung selber als Teilnehmerin und in der Mitte... das war sehr nett gedacht.
00:21:06: In der Mitte waren So die ganzen Erkenntnisse aus den letzten Fortbildungen nochmal ausgedruckt, sehr schön gemacht wie so eine Sonne.
00:21:13: Und in der Mitte der Sonne lagen Kinder-Schokobombs und Gummibärchenpackungen... Das ist gemeint!
00:21:20: Ein Meter von mir entfernt?
00:21:22: Es war so gemeint.
00:21:23: also ich bin ja nach der Fortbildung total fertig weil dieses kontinuierliche Widerstehen nicht nehmen nicht nehmen das kostet unheimlich viel Energie.
00:21:37: Das meine ich mit.
00:21:38: eigentlich braucht man nicht unbedingt Disziplin, aber man sollte sich überlegen wie kann ich mir eine Umgebung schaffen wo der einfachste Weg eben zum Beispiel keine Schokolade essen noch nicht mal Disziplinen verlangt.
00:21:51: Aber
00:21:52: Zwischenfrage Verena Schokolad macht doch glücklich oder?
00:21:57: Ja mich schon!
00:21:59: Du zeigst in einem Buch ja auch ganz gut, wie unser Gehirn funktioniert.
00:22:02: Zum Beispiel auch dass unsere Gehirne gezielt nach Bestätigung sucht für das was es eh schon glaubt.
00:22:08: Das heißt auch eigentlich vorhin schon angesprochen mit dem wenn man den Glaubenssatz hat ich habe immer Pech oder ich treffe immer die falschen Entscheidungen Wie kommt man denn von dem jetzt los?
00:22:20: Muss er nämlich das ganz konkret bewusst sein, dass es so ist.
00:22:24: oder wie gelingt einem das, Das quasi das Gehirn, dass man das ein bisschen wegbringt von dem.
00:22:29: Dass es immer nach dieser Bestätigung sucht für das was es da so drin gespeichert hat und was uns halt nicht weiter bringt in Richtung Glück.
00:22:38: auch hier der erste Schritt ist erstmal anzuerkennen dass das so ist.
00:22:42: also die Erkenntnis des bestätigungsfehlers dass wir gerne Nachbestätigung suchen einer Grundannahme das war schon das wichtigste überhaupt zu wissen.
00:22:51: So jetzt ist nur blöderweise so.
00:22:53: nur wenn man weiß legt man's nicht ab.
00:22:57: Das ist so ein bisschen wie bei einer optischen Täuschung.
00:23:00: Wenn wir mal eine klassische, optische Täuszung vergleichen zwei Linien und da muss man sagen, welche ist länger?
00:23:08: Da gibt es ja immer dann einen Gefühl.
00:23:12: Kannst du diese Pfeile... Genau!
00:23:15: Und dann gibt's einen Gefühlen und ich kann nachmessen und weiß nicht, die sind gar nicht länger oder gleich lang.
00:23:21: Dann leg ich das Lineal weg und schaust mir an.
00:23:24: Man fühlt sich aber wieder so an.
00:23:25: Also das Gefühl kriegen wir nicht weg.
00:23:27: Wir können natürlich schon wissen und wenn uns jemand fragt, welches ist länger da kann ich sagen?
00:23:30: Ich weiß die sind gleich lang aber fühle ich es anders.
00:23:35: Das ist mit diesen Bestätigungsfehler oder anderen kognitiven Fehlern ähnlich.
00:23:41: Es ist oft ganz ganz ganz schwer die abzulegen.
00:23:43: Trotzdem muss man der erste Schritt sein zu wissen dass es diese Fehler gibt.
00:23:48: Und bei bestätigungen fehler Da gibt es etwas.
00:23:53: was man gerne mal ausprobieren kann ist einfach mal drauf zu hören, was denke ich gerade?
00:24:02: Also wenn ich so etwas denke wie war ja klar.
00:24:05: Hab' ich's doch gewusst!
00:24:08: Der macht ja immer, der macht ja nie.
00:24:11: Dann sind wir in einem Fahrwasser von Bestätigungsfehlern.
00:24:16: Wir kreieren uns unsere eigene Statistik und da kommt immer nur rein, was für uns bedeutet – wir haben Recht!
00:24:25: Und Recht haben ist ja so schön.
00:24:27: Wunderbar, schön recht zu haben!
00:24:28: Deswegen räumen wir uns ja auch so wenn wir wieder gesehen haben ah der schon wieder seine Socken nicht weggeräumt.
00:24:34: ich wusste doch das macht er nie.
00:24:37: und die zwanzigmal die er sie weg geräumte hat die haben wir schon vergessen.
00:24:40: also da es wirklich hilfreich mal auf seine eigenen Gedanken zu hören Ist das wirklich so?
00:24:50: Dann zur hinterfragen wenn wir einen Triggersatz So wird was, was man sich eben in so einem Moment denkt.
00:24:57: Wenn man das bemerkt und dann... Das wäre schon eine ganz schöne Stufe höher!
00:25:03: Kann man natürlich mal versuchen wirklich ne Statistik anzulegen?
00:25:07: Ja also zum Beispiel für die Dame, die behauptet hat sie würde immer schlechte Entscheidungen treffen.
00:25:13: Wirklich mal zu sagen okay ab jetzt mach ich mal so'ne Liste kann man tolle Apps benutzen kann man auch ein Zettel benutzen.
00:25:21: Was habe ich heute für Entscheidungen getroffen?
00:25:23: Die schreibe ich mir mal alle auf.
00:25:25: Oder ... geht natürlich auch bei anderen Themen, ja also hab ich ... kommt der Herr Müller wirklich immer zu spät?
00:25:34: Schreib' ich mal jeden Tag mit!
00:25:36: Und machen wir mal eine Statistik und da kommen aber auch wirklich alle Beobachtungen rein.
00:25:40: Ja nicht nur die wo ich recht habe, wo ich weiß ah das war ne schlechte Entscheidung... und der Herr Mühler ist zu spick gekommen sondern tatsächlich ganz objektive Statistiken um mal zu sehen Stimmt das eigentlich, was ich mir da denke?
00:25:53: Oder habe ich einfach nur unheimlich gerne recht.
00:25:54: Also wieder so ein Trick!
00:25:56: Aber man könnte ja schon meinen dass wir von der Natur her gar nicht für es glücklich sein gemacht sind weil dann gibt's auch noch etwas wie eine Verlust-Aversion Das heißt der Schmerz über Verluste wiegt schwerer als die Freude über Gewinne.
00:26:13: Das erklärt ja auch irgendwie warum wir in schlechten Gewohnheiten stecken bleiben im ungeliebten Job in der falschen Beziehung, in der Tiefkühlpizza und was auch immer.
00:26:23: Wie kommt man denn von dieser Verlustaversion weg?
00:26:26: Wie können wir uns dann mehr freuen über die Gewinne als traurig sein über die Verluste?
00:26:31: Bleiben wir mal bei dem Beispiel das du gerade angesprochen hast, dass Menschen die Tendenz haben zu lange in Situationen oder Beziehungen zu verharren mit denen sie eigentlich schon nicht mehr glücklich sind.
00:26:43: Das kann man ganz gut erklären Denn auch wenn eine Beziehung oder ein Job mich nicht mehr glücklich machen, ich weiß was ich da habe.
00:26:55: Ich weiß, was ich habe und ich weiß ganz klar, wenn ich das aufgebe, was sich verlieren würde.
00:27:01: Weil man mal beim Job... Wenn ich den Job kündige, dann verliere ich diese sehr nette Kollegin.
00:27:08: Dann verlière ich diesen wunderbaren Blick aus meinem Schreibtisch.
00:27:13: Und verlire ich den Arbeitsweg!
00:27:16: Das sind jetzt noch nicht mal Komponenten, die irgendwie den Job ausmachen.
00:27:20: Also arbeitensbeschreibungsmäßig.
00:27:22: Aber es sind lauter Dinge, die sind mir lieb und die würde ich verlieren!
00:27:26: Wenn ich jetzt einen neuen Job anfange, dann war ich da vielleicht... also anfangen würde?
00:27:31: Dann war ich ja vielleicht beim Vorstellungsgespräch.
00:27:33: Und habe schon so vielleicht jemanden kennengelernt damit mit der Arbeit in Würde zusammen.
00:27:37: Aber eigentlich weiß ich ja gar nichts was sich da kriege.
00:27:41: Ich weiß nichts, was ich da kriege.
00:27:43: Die Gewinne durch den neuen Job sind erst mal total unsicher.
00:27:47: Aber die Verluste ... Wenn ich meinen jetzigen Job aufgebe, die sind schon mal komplett sicher.
00:27:55: Kollegin, Blick aus dem Büro... Was hatte ich noch gesagt?
00:28:02: Arbeitsweg!
00:28:03: Das ist ganz sicher, das verliere ich.
00:28:06: und dieses sichere Verlieren, das ist etwas, was Menschen durchschnittlich sehr, sehr zu schaffen macht.
00:28:13: Das heißt deswegen Verlustaversion, sichere Verluste, eine Aversion ein Versuch, sicheren Verlust zu vermeiden und das ist der Grund weil die Verluster sind sicher und die Gewinne sind aber nicht sicher.
00:28:35: Was man dann tun kann oder auch wenn man andere Leute, Freunde, Familie beobachtet die festhängen in Beziehungen und Jobs.
00:28:44: Und einfach nicht loslassen können ist eine ganz einfache Frage, die oft wunder bewirkt was verlierst du?
00:28:54: Wenn du bleibst?
00:28:57: und das schüttelt manchmal die leute ganz schön durch.
00:29:01: da verliert man nämlich häufig wirklich wirklich substanzielles lebensglück.
00:29:07: Was verlierst du, wenn du bleibst?
00:29:09: Nicht nur was verlierst Du, wenn Du gehst.
00:29:12: Sondern wenn Du bleibest!
00:29:13: Das verlierst DU da und das kann sein dass das genau dann dieser kleine Schalter ist mit dem die Leute ins Tun kommen weil eigentlich vergleichen die sonst... Was verliere ich hier?
00:29:27: Was gewinne ich
00:29:28: hier?!
00:29:29: Und das können wir nicht vergleichern.
00:29:30: Verluste mit Gewinnen zu vergleich'n, es geht nicht.
00:29:33: Was wir vergleiche müssen ist..
00:29:38: fällt uns das auch so schwer, weil wir ja trotzdem bei uns dieses jetzt, dieses heute in dem Moment ja wichtiger oder zumindest näher ist als des morgen und ist ja evolutionär gesehen ja durchaus sinnvoll.
00:29:52: Aber eben für das was wir dann wenn man bedenkt was einem dadurch vielleicht entgeht oder was man dadurch verliert, weil man es erst gar nicht ausprobiert Ist ja total schade, aber wie überlisten wir denn diesen Mechanismus?
00:30:06: Dass man eben dieses jetzt nicht um so viel wichtiger nehmen als das was morgen sein könnte in der Unsicherheit halt dann.
00:30:15: Ja also auch hier gibt es verschiedene Ansätze.
00:30:19: einen den ich vielleicht mal hervorheben kann ist ist sich auch noch mal zu vergegenwärtigen, dass es keine Sicherheit gibt.
00:30:27: Ja?
00:30:27: Es ist nichts sicher!
00:30:29: Also immer eine Unsicherheit dabei.
00:30:31: Die nennen wir manchmal Pech und manchmal nennen die Glück.
00:30:35: aber das ist beides Mal einfach die Unsicherkeit der Zufall den wir nicht mit bestimmen können.
00:30:42: Den wir nicht einfach selber entscheiden können da schwingt immer irgendwie ein kleiner Faktor zufällig ist und der unsere unser Leben, unsere Entscheidungen letztendlich noch in die eine oder andere Richtung treiben kann.
00:31:01: Also diese Akzeptanz es ist nicht sicher das gibt auch ganz schön für viele Leute erleichtert es auch ungemein.
00:31:13: also wenn man weiß ich es ist im Grunde nicht komplett meine Verantwortung was passt Ich kann da auch ein Stück abgeben.
00:31:22: Es ist sowieso nicht, ich kann es sowieso noch nicht komplett kontrollieren.
00:31:26: Das kann für viele Leute eine große Erleichterung sein.
00:31:29: Also quasi dieses Urvertrauen dass man das irgendwie zurück gewinnt.
00:31:34: oder manche haben das natürlich mehr andere weniger?
00:31:37: Ja ja das ist die Typ Sache.
00:31:40: ganz klar weil auch hier kann man mal gucken habe ich Freunde hab ich bekannte die das irgendwie besser hinkriegen.
00:31:47: wie machen sie das?
00:31:48: Einfach mal nachfragen und vielleicht nutzen, dass man auch nachahmen kann.
00:31:54: Probieren wir einfach mal aus.
00:31:55: Wie machen die das?
00:31:56: Vielleicht kann ich das auch.
00:31:57: Du gibst
00:31:57: uns ja im Buch konkrete Werkzeuge mit wie wir quasi bessere Entscheidungen hin zum Glück treffen können.
00:32:04: Und da zeigst du z.B.
00:32:06: die Sex-Hüte-Methode.
00:32:08: Du brauchst jetzt natürlich nicht in Detail beschreiben weil es ist natürlich sehr umfangreich aber vielleicht einfach anhand einer konkreten... Entscheidung eines Beispiels.
00:32:18: Wie kann man sich da diese sechs Hüte aufsetzen, um dann zu einer besseren Entscheidung zu kommen?
00:32:23: Oft wenn wir mit schweren Entscheidungen zu tun haben, da verlieren wir uns im Detail.
00:32:29: Wir brauchen noch eine Info mehr und da müssen wir nochmal gucken.
00:32:33: Wenn wir genau die Information haben, können wir uns endlich entscheiden.
00:32:36: Wir wissen nicht was wir tun sollen.
00:32:38: aber wenn ich jetzt nur diese Info hätte, dann weiß ich es.
00:32:42: Und damit verlieren Und unser Kopf ist voller Info und der Kopf dominiert dann so stark, dass der Bauch, der eigentlich vielleicht auch mal was sagen möchte, der wird gar nicht mehr gehört.
00:32:53: Da setzt die Sechs-Hüte-Methode an.
00:32:55: wie kann man entweder wirklich alleine durchführen oder man kann das als Gruppenübung machen wenn es zum Beispiel bei Gruppenprozessen in Schwierigkeiten oder in Paralyse kommt und es geht nichts weiter?
00:33:11: Dazu hat man sechs verschiedenen farbige Hüte, die kann man sich jetzt so ein bisschen hypothetisch aufsetzen.
00:33:17: Einfach vom Gefühl her aber jeden Hut nur genau gleich lang also am besten ein Teil mal setzen vielleicht mal zwei Minuten pro Hut und nach diesen zwei Minuten wird der nächste Hut aufgesetzt.
00:33:28: jeder Hut hat eine Aufgabe.
00:33:31: zum Beispiel gibt es den schwarzen Hut.
00:33:32: Der schwarze Hut ist dazu da dass ich jetzt mal zwei Minuten wirklich nur darüber nachdenke, was ist alles schlecht?
00:33:39: Was kann alles schiefgehen.
00:33:41: Was ist alles negativ?
00:33:43: Was sind Probleme?
00:33:44: Dann tue ich den weg und dann setze ich den gelben Hut auf!
00:33:48: Und der Gelbe ist mein hoffnungsvoller Hut.
00:33:50: Ja, was kann alles gut
00:33:52: gehen?!
00:33:55: Was passiert im besten Fall?
00:33:58: Und da gibt es noch diese vier anderen Hüte.
00:34:00: Jeder hat seine Aufgabe so... dass in das Gedankenchaos, dieses laute Kopfkarussell wieder Struktur reinkommt und im besten Fall dann tatsächlich auf der Bauch wieder überhaupt gehört werden kann.
00:34:17: Und wir aufgrund der Struktur die bei unseren Gedanken damit geben jedem Aspekt die gleiche Wichtigkeit einräumen.
00:34:27: also jeder Hut hat die gleich Zeit und deswegen die gleicher und so hoffentlich mit einem abschließenden Hut, der weiße Hut dann nämlich dazu führt dass wir eine gute Entscheidung treffen können.
00:34:40: Jetzt sind wir schon fast am Ende aber ich habe dir nur drei so Behauptungen mitgebracht Glaubenssätze wo du mir dann bitte einfach sagst was deine Meinung dazu ist ob da was dran ist ob uns das Näher zum Glück führt oder nicht?
00:34:55: Der Faktencheck Fakt- oder Fake Gesundheitsmythen aufgedeckt.
00:35:04: Das Erste, die erste Intuition ist meist
00:35:07: die Fichtige.
00:35:08: Die erste Intuation hat ihre Berechtigung aber die ersteintuition hat natürlich mit unseren Automatismen zu tun und wenn wir schon immer die risikohafteren Entscheidungen gescheut haben dann wird auch die erste intuition sein es diesmal wiederzumachen.
00:35:37: Und ob das jetzt richtig oder falsch ist, schwer zu sagen.
00:35:43: Es ist ein Weg!
00:35:45: Aber meine Empfehlung wäre zur Hinterfragen, wo diese erste Intuition hinherkommt?
00:35:52: Das hatten wir vorher schon angesprochen.
00:35:55: Woher kommt dieser Automatismus, woher kommt dieses leuchtende Spotlight auf diese eine Option?
00:36:01: Woher bekommt das?
00:36:02: Also das würde ich empfehlen da mal hinzuschauen weniger zu fragen ist, was die richtige oder die falsche.
00:36:07: Sondern erst mal zu gucken, woher kommt die?
00:36:10: Warum fühlt sich das besser
00:36:12: an?
00:36:12: Rationale Menschen, also Kopfmenschen treffen bessere Entscheidungen.
00:36:17: Nein!
00:36:18: Darüber haben wir auch vorher besprochen.
00:36:20: Also Menschen, die viel drüber nachdenken, haben häufig das Gefühl dass sie sich in Details verlieren und vielleicht gar nicht mehr darauf achten, was tatsächlich gut für sie selber ist.
00:36:32: Was sie glücklich machen würde Sondern nur darauf achten, ob sie alle Informationen haben.
00:36:38: Und die haben wir nie!
00:36:40: Wir haben NIE alle Informationen.
00:36:42: Es gibt immer noch eine mehr.
00:36:44: Zum Schluss mehr Optionen bedeuten mehr Freiheit und mehr Glück?
00:36:49: Ja das würde der Ökonom auf jeden Fall so sehen.
00:36:51: Mehr Optionen sind immer besser weil alles doch irgendwann die Optimale dabei.
00:36:55: aber auch dort gibt es sehr nette Studien, die zeigen dass Leute nicht glücklicher sind mit ihrer Entscheidung wenn sie mehr optionen hatten.
00:37:03: Also tatsächlich im Gegenteil.
00:37:05: Burden of Choice nennen wir das, also diese Belastung durch Überoptionen.
00:37:11: Tatsächlich sagt die Forschung genau das Gegenteils.
00:37:13: Wie können wir damit
00:37:14: umgehen?
00:37:14: Weil genau in dieser Situation haben wir in der heutigen Zeit ja ständig ... Wir leben in einer Welt, der überfülle.
00:37:22: was ist denn da dein pragmatischer Tipp, um diese Entscheidungslähmungen irgendwie zu entkommen?
00:37:30: Was mir hilft!
00:37:32: Ich gehe jetzt mal einfach von mir aus, ist wirklich Optionen sich selber zu nehmen.
00:37:37: Sich selber Optionen zu nehmen die gar nicht erst zuzulassen.
00:37:41: Also das kann bedeuten dass wenn ich in den Urlaub fahre und ich einfach mal anfange bei Airbnb zu schauen was gibt es denn da?
00:37:53: Das sind dann die tollsten Ferienwohnungen.
00:37:55: Dann schaue ich in Kroatien und dann schau ich in Frankreich, dann Schau ich ins Finnland Und ich werde ganz wahnsinnig Weil alles so schön ist, ich weiß überhaupt nicht mehr.
00:38:05: Soll ich da hinfliegen?
00:38:06: Sollte ich im Auto fahren oder in einem Kanu?
00:38:10: Es wird einfach wahnsinnig anstrengend.
00:38:12: Also von vornherein sich zu beschränken und zu sagen okay schon mal klar es ist mit dem Auto und es ist Frankreich.
00:38:20: Und jetzt schaue ich in dieser Gegend und ich nehme die drei aus denen der nächsten halben Stunde mir interessant aussehen.
00:38:28: und dann entscheide ich mich also tatsächlich diesen Optionenraum zu verkleinern.
00:38:35: Viele Leute haben natürlich Angst, der Mensch nicht fünf Minuten länger geschaut hätte, dann hätte ich vielleicht noch die Superferienwohnung gefunden und dann wäre ich doch viel glücklicher gewesen!
00:38:45: Und sich dann zu fragen... das ist noch eine sehr schöne Regel finde ich wirklich.
00:38:51: Wie viel glücklicher wäre denn mein Leben, wenn ich in diese Fähringenwohnung gefahren wäre?
00:38:55: Die ich dann noch gefunden hätte.
00:38:57: Ich hatte sie gefunden!
00:38:59: Also wie essentiell ist diese Entscheidung denn für meinen Lebensglück?
00:39:06: Tatsächlich hat die vielleicht eventuell... Aber das ist fraglich.
00:39:10: Hat diese Entscheidung einen Einfluss auf meinen Sommer?
00:39:13: Eventuell?
00:39:14: Vielleicht aber auch nicht.
00:39:15: Wie soll ich das wissen?
00:39:17: Vielleicht wär da ein Wasserschaden gewesen.
00:39:19: Ich kann es nicht wissen.
00:39:21: Also da tatsächlich einfach mal zu überlegen, ist diese Entscheidung bei der ich mir jetzt so viel Druck mache und so viel Zeit investiere?
00:39:27: Ist die wirklich so wichtig?
00:39:30: Ist sie wichtig für mein Glück?
00:39:32: Meistens kommt dann die Antwort Nein!
00:39:34: Wahrscheinlich ist wichtiger wer mit dabei ist Und nicht auf die Bärchenwohnung Jetzt genau die Perfekte war.
00:39:42: Ganz bestimmt!
00:39:43: Da waren jetzt so viele Tipps dabei, die man eigentlich sofort umsetzen kann oder zumindest mal probieren kann, umzusetzen.
00:39:50: Trotzdem haben wir immer ganz zum Schluss noch unser Rezept und von dir wünsche ich mir heute natürlich ein Glücksrezept.
00:39:58: Womit können wir denn heute noch starten, um uns quasi glücklich zu entscheiden?
00:40:07: Das Rezept?
00:40:12: Vielleicht erzähle ich, was ich als Letztes bei mir in der Familie eingeführt habe für mehr Glück.
00:40:17: Ja?
00:40:18: Also Glück kann ja auch sein sich nicht zu streiten.
00:40:21: Das ist ein großes Glück und wir hatten jetzt einige Projekte gerade auch mit den Kindern wo bestimmte Dinge nicht so funktioniert haben, nicht automatisiert waren und wir müssen jeden Abend streiten mussten das es noch nicht passiert war dass die Wäsche nicht weggeräumt war dass die Hausaufgaben nicht gemacht waren und so weiter.
00:40:45: Also, es gab viel Streitpotenzial.
00:40:47: Und jetzt versuchen wir seit der Schule wieder angefangen hat, seit den Osterferien, seit letzter Woche haben wir eine Challenge eingerufen ein Berufen.
00:40:59: Das war gleich mal die erste gute Idee, das ist Challenges.
00:41:02: Meine Kinder meinten sogar gut sind natürlich die Kinder ihrer Mutter.
00:41:06: Mama also wenn das anders heißen würde finde ich das nicht so cool.
00:41:09: aber challenge klingt richtig gut Ja, genau.
00:41:12: Also auch das war schon mal ein Grund mitzumachen.
00:41:14: und jetzt haben wir in der Küche ein kleines Whiteboard.
00:41:17: da sind verschiedene Kategorien die müssen erfüllt werden und dann wird es abends immer angekreuzt ob das erfüllt wurde und ist natürlich super weil abends wenn's noch nicht erfüllt würde dann kann man das noch schnell machen.
00:41:30: also der Erfolgskwote ist recht hoch und das bedeutet wenn wirklich jede Woche jedes Kästchen durchgekreuzen dann gibt's am Freitag eine extra Zockzeit, also ne tolle Belohnung.
00:41:42: Und ich erzähle es jetzt nicht deswegen weil ich das als den ultimativen Erziehungstipp weitergeben will.
00:41:50: Das ist sicher gut für viele Kinder, mich viele Kinder stehen auf Belohnungen, ja?
00:41:54: Das funktioniert häufig zumindest mittelfristig ganz gut irgendwann.
00:41:58: Lutscht sich das auch aus aber so im ersten Moment sind das schon gut.
00:42:03: Aber nochmal zu überlegen auch für uns selber Wo können wir uns denn wie Kinder vielleicht ein bisschen manipulieren?
00:42:11: Was bei Kindern funktioniert, funktioniert bei Erwachsenen meistens auch.
00:42:15: Und mal zu überlegen das ist meine Challenge.
00:42:18: Wie kann ich mich selbst belohnen wenn Ich meine challenge durchgezogen habe also vielleicht Yoga dass ich jeden Morgen machen will aber nie tue?
00:42:28: Kann ich das vielleicht schaffen dass ich mir danach eine Belohnung gönne dass zum Beispiel der Tee den ich so gerne mag der nur getrunken werden darf wenn ich Yoga gemacht habe.
00:42:38: Na klar, sind wir Erwachsene!
00:42:39: Wir können auch sagen, äh... Ich trink den Tee einfach selber.
00:42:42: ein Problem, ja?
00:42:43: Ich mach kein Yoga.
00:42:44: Klar das geht immer, aber es ist eben diese spielerische, mal zu überlegen wie kann ich mich selber so'n bisschen spielernisch auf den Weg bringen?
00:42:54: und wenn ich dann auf dem Weg bin, wenn dann die Routine etabliert ist, dann läuft's ja schon sehr viel leichter.
00:43:00: Es geht also darum sich selbst erstmal in die Routine zu bringen.
00:43:04: danach funktioniert's meistens wie von allein.
00:43:08: Also die Werkzeuge haben jetzt alle in der Hand, dank dir lieber Verena!
00:43:12: Jetzt müssen wir es nur noch machen und der Podcast heißt Maches also... Wir wissen was zu tun ist.
00:43:19: Danke vielmals und ja ich hoffe da gibt es irgendwann auch einen zweiten Teil des Buches weil das wirklich wirklich richtig gut zu lesen ist.
00:43:28: Gratulation
00:43:29: Susanna!
00:43:30: Vielen Dank für das schöne Gespräch.
00:43:31: Hat mir sehr viel Spaß gemacht bei dir.
00:43:32: Danke
00:43:33: dir und liebe Grüße nach München, das haben wir ja noch gar nicht erwähnt wo du gerade bist.
00:43:37: Alles Gute
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